Drei Häuser betroffen Geburtshaus von Erich Honecker in Neunkirchen bei Brand verwüstet – erste Erkenntnisse zur Ursache

Update | Neunkirchen · In der Innenstadt in Neunkirchen sind am Dienstagabend drei Wohnhäuser in Vollbrand geraten. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Morgen an und gestalteten sich kompliziert. Jetzt gibt es Erkenntnisse zur Schadenshöhe.

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Drei Wohnhäuser in Neunkirchen stehen in Flammen

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Foto: Brandon Lee Posse

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist am Dienstagabend, 25. Juni, in der Innenstadt von Neunkirchen ausgerückt – dort standen drei Wohnhäuser in Flammen. Im Geburtshaus des ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker war der Dachstuhl in Flammen geraten.

Erich Honeckers Geburtshaus nach Brand verwüstet

In der Max-Braun-Straße in Neunkirchen wurde am Abend um 20.11 Uhr zunächst ein Zimmerbrand gemeldet. Noch während der Fahrt zum Einsatzort erreichte die Feuerwehr eine Vielzahl an weiteren Notrufen. Dies führte dazu, dass das Alarmstichwort mehrfach hochgestuft wurde. Letztendlich handelte es sich um einen Wohnhausbrand.

Da auch ein Brand mit Personen gemeldet war, durchsuchten die Einsatzkräfte die betroffenen Gebäuden. Zunächst sei man von zwei vermissten Kindern ausgegangen, teilt Christopher Benkert, Pressesprecher der Feuerwehr Neunkirchen, mit. Darum hätten mehrere mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Trupps das brennende Haus „akribisch vom Keller bis unters Dach“ durchsucht. Doch nach intensiver Suche habe man Entwarnung geben können: Alle Hausbewohner konnten sich schon vor Eintreffen der Feuerwehr selbst in Sicherheit bringen.

Das Besondere an der Immobilie, in der das Feuer ausbrach: Der ehemalige Vorsitzende des Staatsrats der DDR, Erich Honecker, wurde dort am 25. August 1912 geboren, wie Benkert am Morgen bestätigte. Honecker war von 1971 bis zu seiner Entmachtung 1989 als Staats- und SED-Parteichef der prägende Politiker der Deutschen Demokratischen Republik. Honecker lebte nur kurz in der Neunkirchener Innenstadt. 1913 zog die Familie in den benachbarten Stadtteil Wiebelskirchen um.

Löscharbeiten durch dichte Bebauung „eine große Herausforderung“

Als die Feuerwehr eintraf, hatte sich das Feuer bereits auf eines der Nachbarhäuser ausgebreitet – und lief Gefahr, auch auf ein zweites angrenzendes Haus überzugreifen. Die Löscharbeiten im schwer zugänglichen und engen Hinterhof des Hauscarrés zwischen Max-Braun-Straße und Luisenstraße stellten die Feuerwehr laut Benkert vor „eine große Herausforderung“.

Zum einen soll die Bereitstellung der Drehleitern für Probleme gesorgt haben, da laut Benkert am Einsatzort aufgrund der anderen Wohnhäuser und parkender Autos zu wenig Platz war. Letztendlich konnten zwei Drehleitern aufgestellt werden: die der Feuerwehr Neunkirchen in der Max-Braun-Straße und die der Feuerwehr Ottweiler in der angrenzenden Jägerstraße. Aus mehr als 50 Metern Entfernung musste das Team aus Ottweiler seinen Wasserstrahl auf das brennende Haus richten.

Auch die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da sich die Feuerwehrkräfte durch die enge Bebauung über die Rückseite Zutritt zu den brennenden Gebäuden verschaffen mussten.

Nachlöscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden

Das Feuer konnte nach Angaben des Pressesprechers gegen 22 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Die „langwierigen und aufwendigen“ Nachlöscharbeiten zogen sich aber noch bis 2.30 Uhr. Dafür mussten eigens die Kollegen aus Zweibrücken mit einem Teleskopmast anrücken.

Insgesamt wurden bei dem Brand drei Wohnhäuser beschädigt. Das Brandhaus selbst ist laut Benkert „verwüstet und unbewohnbar“. Der Dachstuhl und Teile des ersten Obergeschosses sind ausgebrannt. Auch eines der Nachbarhäuser ist beschädigt und vorerst unbewohnbar. Das zweite Nachbarhaus trägt nur kleinere Schäden davon.

Insgesamt 40 Menschen konnten in der Nacht nicht mehr in ihre Wohnungen in den drei vom Brand betroffenen Häuser zurück. Ein Teil kam bei Freunden und Verwandten unter, für andere organisierte die Stadt Neunkirchen noch in den Abendstunden Notunterkünfte.

Technischer Defekt als mögliche Brandursache

Der Schaden soll sich nach einer ersten Einschätzung der Brandermittler auf insgesamt rund 750 000 Euro belaufen. Ermittlungen zur Brandursache laufen. Ein Sprecher der Polizei sagte am Donnerstag, es gebe keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Derzeit deute alles auf einen technischen Defekt als Ursache hin.

Im Einsatz waren insgesamt etwa 140 Einsatzkräfte, darunter die Feuerwehren der Kreisstadt Neunkirchen sowie die Werkfeuerwehr, der Rettungshubschrauber Christoph 16 und Notfallseelsorger.