1. Blaulicht

Fahndung in Saarbrücken: Bundespolizei schnappt zweimal zu

Fahndungserfolg der Bundespolizei in Saarbrücken : Erst den einen, dann den anderen geschnappt – Ermittlern geht verurteiltes Bruderpaar ins Netz

Zusammen haben die beiden Männer jede Menge auf dem Kerbholz. Darum erwartete sie jeweils eine erhebliche Strafe. Doch davor wollten sie sich drücken. Die Bundespolizei beendete nun in Saarbrücken ihre Flucht.

Eine Routinekontrolle ist einem gesuchten Straftäter zum Verhängnis geworden. Denn in der Nacht auf Freitag, 17. September, schnappten ihn Bundespolizisten in Saarbrücken. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Wenig später erwischte es seinen jüngeren Bruder auch noch.

Wie eine Behördensprecherin am Morgen mitteilte, waren ihre Kollegen in einem Streifenwagen in der Landeshauptstadt unterwegs. Sie observierten einen 40-Jährigen. Beim Abgleich der Personalien mit den Daten in einem Strafregister stellte sich heraus: Die französischen Behörden suchten mit europäischem Haftbefehl nach ihm – und das bereits seit  geraumer Zeit. Denn schon 2019 war er wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden. Demnach hatte er sein Opfer in Hombourg-Haut dermaßen mit Schlägen Tritten malträtiert, dass es bis heute unter den Folgen leidet. Dabei soll der Angreifer nicht davor zurückgeschreckt haben, mit einem gefährlichen Gegenstand auf den Mann einzuprügeln. Dieser trug dauerhafte Körperbehinderungen davon. Deshalb verurteilten Richter in Frankreich den Schläger zu mehr als sechs Jahren Haft.

Um diese nicht absitzen zu müssen, floh der Täter. Jetzt sitzt er aber nach seiner Festnahme durch die Bundespolizei im Saarbrücker Knast und wartet dort darauf, ausgeliefert zu werden.

Von der nächtlichen Verhaftung bekam dessen Bruder etwas mit und wollte ihm zur Hilfe eilen. Allerdings hatte der 39-Jährige offensichtlich nicht damit gerechnet, dass die Ermittler auch auf seine Vorstrafen aufmerksam wurden. Als er auf der Wache erschien, war den Beamten rasch klar: Ihn suchte die Saarbrücker Staatsanwaltschaft ebenfalls mit Haftbefehl. Er war einen Betrag von 973,50 Euro schuldig, um nicht in den Bau zu müssen.

Nun wendete sich das Blatt: Der bereits hinter Gittern sitzende ältere Bruder wurde zum Helfer. Er hatte diese Summe parat und erlöste damit den 39-Jährigen von einem drohenden Gefängnisaufenthalt.