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Die Polizei im Saarland und ihr Plan für Fasching

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehrskontrollen, Umzüge beschützen, Veranstaltungen sichern : Die Polizei und ihr Plan für Fasching

Verkehrskontrollen, Umzüge beschützen. Schlägereien schlichten. Die Polizei im Saarland hat sich auf die Faschingstage gut vorbereitet.

Die saarländische Polizei geht gut vorbereitet in die Faschingszeit. „Wir werden auch in diesem Jahr ein höchstmögliches Maß an Sicherheit gewährleisten“, erklärte Stephan Laßotta von der Pressestelle der Landespolizei. Dabei blieb es in den vergangenen Jahren eher ruhig an den Faschingstagen. Zwar gebe es bei der Saarpolizei keine Statistik, die ausschließlich die tollen Tage betrachte, dennoch könne die Polizei sagen, dass zum Beispiel im Saarland an Fasching bisher nicht zu gemeinschaftlich begangenen sexuellen Übergriffen auf Frauen kam. So wie 2015/16 in der Silvesternacht in Köln auf der Domplatte. „Der Schwerpunkt der Strafanzeigen lag im Bereich der Körperverletzungsdelikte“, sagte Laßotta. Oft im Verbund mit Alkohol, oft bei Umzügen oder Kneipenveranstaltungen, gerne nachts. Polzeistreifen seien unterwegs.

2019 waren der Polizei rund 200 Faschings-Veranstaltungen im Saarland bekannt. Sie war jedoch nicht bei jeder Feier vor Ort. Weil es oft nicht nötig war, weil die Veranstalter kleine Probleme mit dem eigenen Ordnungsdienst erledigen. Geplante Einsätze hat die Saar-Polizei lediglich bei Veranstaltungen „die im öffentlichen Raum stattfindenden“, wie Laßotta erklärt. Umzüge, wie zum Beispiel in Burbach, Neunkirchen oder in anderen Städten und Gemeinden. Sperrungen und Umleitungen richten für gewöhnlich die Behörden der Kommunen ein. Eine Zahl, wie viele Sperrungen es geben wird, kennt die Polizei nicht. Wo Barrieren aufgebaut werden, die eine unkontrollierte Zufahrt verhindern sollen, spricht die Polizei mit den Veranstaltern ab. „Die sind natürlich teuer und da muss man in Abstimmung mit allen maßvoll vorgehen.“ Beispielsweise müssen Rettungsgassen gewährleistet sein.

Die Polizei setze eh auf den Informationsaustausch. Auch mit anderen Sicherheitsbehörden. Auch mit dem Verfassungsschutz, mit BKA, anderen Bundesländer, wenn es Erkenntnisse zu einem Terroranschlag geben würde. Dazu sei sie im Straßenkarneval mit uniformierten und zivilen Kräften im Einsatz. Weitere Einsatzkräfte stünden bereit, falls sie nötig werden. „Aus einsatztaktischen Gründen machen wir zur Anzahl der eingesetzten Kräfte keine Angaben“, sagt Laßotta. Betretungsverbote wie in Rheinland-Pfalz gebe es nicht (wir berichteten). „Hausverbote setzen wir durch, wenn der Veranstalter es nicht schafft“, berichtete Laßotta.

Klar sei, dass die meisten Kräfte bei den Umzügen am Rosenmontag in Neunkirchen und Saarbrücken-Burbach gebraucht werden. In Saarbrücken kommen gerne über 200 000 Menschen, in Neunkirchen über 100 000. Es gibt natürlich noch viele „kleinere Umzüge, dort sind wir auch“, sagte Laßotta.

Videotechnik und Drohnen zur „Überwachung“ von Faschingsveranstaltungen seien nicht vorgesehen, sie könnten jedoch bei „außergewöhnlichen Vorkommnissen“ eingesetzt werden. Anlassbezogen sei auch der Einsatz der Bodycams. Als zentrale „Einsatzleitstelle“ fungiere auch in diesem Jahr die „Führungs- und Lagezentrale, wo der Polizeikommissar vom Dienst mit Überblick über alle Veranstaltungen die vorhandenen Kräfte anlassbezogen einsetzen und steuern kann“, wie Laßotta erklärte.

Natürlich sind auch Verkehrskontrollen vorgesehen. Vermehrte Alkohol- und Drogenkontrollen hat die Polizei bereits angekündigt (wir berichteten). „Nicht nur zwischen dem Fetten Donnerstag und dem Aschermittwoch, sondern bereits in der Vorfaschingszeit“, warnte Laßotta. Auto stehen lassen, sei die beste Variante, sollte Alkohol im Spiel sein. Im Jahr 2017 hat die Polizei zwischen dem Fetten Donnerstag und Aschermittwoch 2734 Fahrzeuge kontrolliert und 24 Führerscheine einbezogen. 2018 waren es 2075 Kontrollen und 13 eingezogene Lappen. 2019 kontrollierte die Polizei 1450 Autos und behielt 26 Fahrerlaubnisse ein.

saarland.de/polizei