Bundesweite Fahndung Sie soll ihren Ex-Freund gefoltert haben – 16-jährige Tatverdächtige aus Bexbach zufällig in Dortmund gefasst

Update | Saarbrücken · Ein „Zufallsfund“ am Dortmunder Hauptbahnhof: Bei einer Kontrolle wird eine 16-jährige Bexbacherin gefasst, gegen die seit Ende September ein Haftbefehl ausgestellt ist. Was ihr genau vorgeworfen wird.

16-Jährige aus Bexbach soll ihren Ex-Freund gefoltert haben
Foto: dpa/Lino Mirgeler

Bereits im Mai soll eine 16-Jährige aus Bexbach gemeinsam mit vier weiteren Personen ihren Ex-Freund stundenlang gefangen gehalten, ihn geschlagen und gefoltert haben, das geht aus der Pressemeldung der Bundespolizei St. Augustin in Dortmund hervor. Ende September wird laut einer Sprecherin der Bundespolizei ein Haftbefehl gegen die 16-Jährige erlassen, die Verdächtige taucht unter. Nun ist sie bei einer Routinekontrolle am Dortmunder Hauptbahnhof gefasst worden. Die Details zur Geschichte:

Nach der 16-Jährigen wurde bundesweit gefahndet

Am Donnerstagnachmittag, 16. November, führt die Bundespolizei im nordrhein-westfälischen Dortmund am Hauptbahnhof eine routinemäßige Personenkontrolle durch. Zufällig kontrollieren sie die 16-Jährige untergetauchte Saarländerin. Die Sprecherin der Bundespolizei bestätigt der Saarbrücker Zeitung, dass die Kontrolle ohne bestimmten Anlass durchgeführt worden ist, das Mädchen sei nicht durch negatives Verhalten oder Ähnlichem aufgefallen. Im System sehen die Beamten, dass seit Ende September eine bundesweite Fahndung läuft, die 16-Jährige war seither unauffindbar.

Die Bexbacherin soll ihren Ex-Freund bereits im Mai über mehere Stunden gefangen gehalten haben, mit einer Machete bedroht, ihn geschlagen und getreten haben. Sogar mehrere Schnittverletzungen soll sie dem Geschädigten zugefügt haben, das geht aus einer Pressemeldung hervor.

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Jugendliche soll Haftrichter vorgeführt worden sein

Das Amtsgericht Saarbrücken hatte vor einigen Wochen den Untersuchungsbefehl ausgesprochen, seitdem fehlte von der Verdächtigen jede Spur. Wo sich die Jugendliche in der Zwischenzeit aufgehalten hat und was sie in Dortmund gemacht hat, ist laut Bundespolizei zunächst unklar. Die zuständigen Beamten sollen sie laut Pressemitteilung allerdings noch am Donnerstag ins Saarland überführt haben, wo sie einem Jugendrichter am Saarbrücker Amtsgericht vorgeführt worden ist.

Das wirft die Staatsanwaltschaft der 16-Jährigen vor

Die Staatsanwaltschaft bestätigt auf SZ-Anfrage, dass gegen die Beschuldigte ein Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts „der gemeinschaftlichen versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung“ mit „gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung“ vollstreckt wurde. Die 16-Jährige soll Ende Mai 2023 ihren Ex-Freund in Saarbrücken festgehalten, gefoltert und mit dem Messer verletzt haben.

Weiter bestätigt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass die 16-Jährige Bexbacherin am Donnerstag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Saarbrücken vorgeführt wurde, der den Haftbefehl vollzogen hat. Die Beschuldigte befindet sich deshalb derzeit bis auf Weiteres in Untersuchungshaft in der JVA Zweibrücken. Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass bis zur rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.