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Bilder und Gebäude: Filme über Picasso, Dix und Norman Foster

Saarbrücken. Eine schlichte, schlicht grandiose Idee: 1955 beobachtet der Regisseur Henri-Georges Clouzot ("Lohn der Angst") Pablo Picasso bei der Arbeit. Während der Spanier 20 Bilder auf eine transparente Leinwand pinselt, filmt der Franzose von der Rückseite: Man schaut in "Picasso" den Bildern bei der Geburt zu

Saarbrücken. Eine schlichte, schlicht grandiose Idee: 1955 beobachtet der Regisseur Henri-Georges Clouzot ("Lohn der Angst") Pablo Picasso bei der Arbeit. Während der Spanier 20 Bilder auf eine transparente Leinwand pinselt, filmt der Franzose von der Rückseite: Man schaut in "Picasso" den Bildern bei der Geburt zu. Clouzot zeigt Picasso bei den Pausen im Atelier in Schwarzweiß, die Bilder in starken Farben, schließlich sogar im breiten Cinemascope-Format. Die etwas pompöse Musik klingt mittlerweile angestaubt, dennoch ist das ein faszinierendes Dokument. Die DVD (erschienen bei Pierrot le Fou) bietet als Bonus die Dokumentation "Picassos Friseur" über einen Landsmann, der ihm zweieinhalb Dekaden lang das lichte Haar stutzte. Sehenswert.



Zwei weitere DVDs (Anbieter: Arthaus) beschäftigen sich mit Künstlern, mal im Bild, mal am Bau: Reiner Moritz' 89er Dokumentation "Otto Dix" zeichnet Leben und Werk des Malers nach: chronologisch, schnörkellos, informativ. Ein Schönheitsfehler: Bei der Bildergalerie im Bonusmaterial ragen die Titel unschön in die Gemälde und Fotos.

Das höchst lebendige Porträt "Norman Foster" zeigt den britischen Architekten, der die neue Kuppel des Reichstags entwarf und den Pekinger Flughafen. Er erzählt hier von seine Jugend als Student im Arbeiterviertel: "Man nannte mich Parasit". Während Foster seinen Privatjet zwischen Projekten hin- und hersteuert, bleibt er bescheiden angesichts seiner Kunst: "Es gibt immer eine noch bessere Lösung." tok