Betriebsrat stimmt Schließung des Opel-Werks Antwerpen zu

Betriebsrat stimmt Schließung des Opel-Werks Antwerpen zu

Brüssel. Das Opel-Werk in Antwerpen wird mit großer Sicherheit geschlossen. Darauf einigte sich der Betriebsrat mit der Leitung des belgischen Standorts, wie Betriebsrat Rudi Kennes von der Gewerkschaft FGTB gestern sagte. Die Schließung, die als ein Haupthindernis der Restrukturierung des angeschlagenen Autobauers gilt, muss nun noch von den rund 2600 Mitarbeitern abgesegnet werden

Brüssel. Das Opel-Werk in Antwerpen wird mit großer Sicherheit geschlossen. Darauf einigte sich der Betriebsrat mit der Leitung des belgischen Standorts, wie Betriebsrat Rudi Kennes von der Gewerkschaft FGTB gestern sagte. Die Schließung, die als ein Haupthindernis der Restrukturierung des angeschlagenen Autobauers gilt, muss nun noch von den rund 2600 Mitarbeitern abgesegnet werden. "Wir sind nicht bevollmächtigt worden, dieses Projekt zu billigen. Wir präsentieren es also dem Personal", sagte Kennes der Nachrichtenagentur Belga. Der Vorschlag, der einen Sozialplan umfasst, wurde gestern den Arbeitnehmern vorgelegt, sagte die Sprecherin der Antwerpener Werksleitung, Ann Wittemans. Die Arbeitnehmer sollten in den kommenden Tagen darüber entscheiden. Der Sozialplan sieht laut Wittemans Frührenten für Arbeitnehmer ab 50 sowie Abfindungen vor. Diese könnten sich laut Belga auf jeweils bis zu 144 000 Euro belaufen. Der Rüsselsheimer Unternehmenszentrale zufolge gilt eine Zustimmung der Beschäftigten als wahrscheinlich. "Wir gehen davon aus, dass 1250 Mitarbeiter das sofort annehmen und das Werk bis Ende Juni verlassen", sagte ein Opel-Sprecher. Die übrigen Beschäftigten müssten Opel nach dem Plan bis Ende Dezember verlassen. Der Opel-Mutterkonzern General Motors hatte die Absicht zur Schließung des Traditionsstandortes in der flämischen Hafenstadt im Januar bekannt gemacht. Opel leidet wie andere Autobauer unter anderem unter der Wirtschaftskrise und Überkapazitäten. Die Schließung, die schon 2009 im Gespräch war, brachte den betroffenen Arbeitnehmern die Solidarität von Opelanern auch an anderen Standorten. Der Gesamtbetriebsrat drohte damit, dass die Belegschaft sich nicht an den Sanierungskosten beteilige. Auch bei einer Annahme der jetzt gemachten Vorschläge würde Opel noch bis Ende September weiter nach einem neuen Investor für das Werk suchen, sagte der Opel-Sprecher. Falls sich kein Interessent findet, wird das Werk zum Jahresende geschlossen. afp