Betreiber warnen vor Aus für gelben Sack

Betreiber warnen vor Aus für gelben Sack

Köln. Werden bald keine gelben Säcke oder gelbe Tonnen mehr abgefahren? Das befürchten die Betreiber der dualen Systeme angesichts dramatisch sinkender Gebühreneinnahmen. Die neun dualen Systeme, die das Recycling von Verpackungsmüll organisieren, sehen eine bedrohliche Unterfinanzierung, die das gesamte System zusammenbrechen lassen könnte

Köln. Werden bald keine gelben Säcke oder gelbe Tonnen mehr abgefahren? Das befürchten die Betreiber der dualen Systeme angesichts dramatisch sinkender Gebühreneinnahmen. Die neun dualen Systeme, die das Recycling von Verpackungsmüll organisieren, sehen eine bedrohliche Unterfinanzierung, die das gesamte System zusammenbrechen lassen könnte. Das sagte gestern Mirko Sickinger, Geschäftsführer der Gemeinsamen Stelle dualer Systeme (GSDS). Grund der Misere aus Sicht der Betreiber: Viele Unternehmen, die Verpackungsmüll in den Handel bringen, hätten noch keine Verträge über dessen Entsorgung abgeschlossen, sagte Sickinger. Die Firmen müssen die erwartete Verpackungsmenge bei den dualen Systemen lizenzieren lassen und dafür bezahlen. Die dualen Systeme leben von diesen Gebühren und sorgen dafür, dass die vereinbarten Müllmengen aus dem Verkehr gezogen werden. Nach vorläufigen Zahlen ist für das erste Quartal fast ein Drittel - etwa 80 000 Tonnen - weniger Verpackungsmüll gemeldet worden als ein Jahr zuvor mit gut 270 000 Tonnen, sagte Sickinger. Tatsächlich hat die Müllmenge aber nach Branchenangaben nicht abgenommen. Monika Büning von der Verbraucherzentrale Bundesverband sagte, die dualen Systeme klagten schon seit langem über Probleme. Mit der Novelle der Verpackungsverordnung Anfang 2009 seien aber viele Schlupflöcher geschlossen und Probleme behoben worden, sagte die Umweltreferentin. "Im Groben funktioniert das duale System gut, einen Zusammenbruch sehen wir nicht." Die dualen Systeme melden pro Quartal an die "Gemeinsame Stelle" in Köln, welche Mengen sie unter Vertrag haben. Die GSDS errechnet dann den Marktanteil der neun Unternehmen - und danach errechnen sich wiederum deren Kosten für das Sammeln des Verpackungsmülls, das sie in Auftrag geben. Sollte das bestehende Duale System zerfallen, sei auch die gelbe Tonne weg. "Dann muss das ganze Thema zurück in die kommunale Hand und da besteht die Besorgnis, dass das für die Verbraucher nicht die preiswerteste Lösung werden wird", so die GSDS. Büning sagte dagegen, eine Entsorgung durch die Kommunen müsse sich für die Verbraucher keineswegs negativ auswirken. dpa

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