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"Beste Band der Welt" eher durchwachsen: Die Ärzte in Trier

Trier. Der Abend der B-Nummern - so kann man den Auftritt des Punkrock-Trios Die Ärzte in Trier knapp zusammenfassen. Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo Gonzales füllen (noch oder gerade) im 30. Bandjahr problemlos jede Arena; so war auch die in Trier seit Monaten ausverkauft

Trier. Der Abend der B-Nummern - so kann man den Auftritt des Punkrock-Trios Die Ärzte in Trier knapp zusammenfassen. Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo Gonzales füllen (noch oder gerade) im 30. Bandjahr problemlos jede Arena; so war auch die in Trier seit Monaten ausverkauft. Kein Wunder, zieht die Band doch inzwischen Fans zwischen zehn und 50 Jahren an, darunter viele Freunde des "Mainstream".Doch auf ihrer "Comeback-Tour", die sich nahtlos an die "Das Ende ist noch nicht vorbei"-Tour 2012 anschließ, setzen die Ärzte offenbar auf die unbekannteren Stücke der letzten Alben.

So geriet die Show in Trier auch weniger energiegeladen, als man es sonst von ihren Live-Auftritten kennt. Ein B-Abend eben, über dem die Frage schwebte, die die Ärzte in ihrem aktuellen Album selbstironisch aufwerfen: "Ist das noch Punkrock?".

Auf populärere Songs wartete die Menge lange vergeblich. Erst im letzten Drittel des Abends liefen Bela, Farin und Rod allmählich zu gewohnter Hochform auf - inklusive selbstbeweihräuchernder Allmachtsfantasien, jugendgefährdender Zoten und Saarbrücken-Witzchen. Das Publikum zog sofort mit: Hinsetzen, Hochspringen, Wellen, Jubeln auf Befehl - alles wurde brav mitgemacht. Zur Belohnung gab es schließlich etliche Zugaben, darunter "Schrei nach Liebe", "Zeidverschwändung" und "Unrockbar". Auch die "beste Band der Welt", wie die Ärzte sich nennen, hat eben mal einen durchwachsenen Tag. nic