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Kita-Studie
So viele Kinder kommen auf einen Erzieher in NRW

Erzieherin und Kinder in einer Kita (Symbolbild):
Erzieherin und Kinder in einer Kita (Symbolbild): FOTO: dpa / Uwe Anspach
In den Kindergärten in NRW hat sich die Personalsituation laut einer Bertelsmann-Studie zwar insgesamt verbessert. Wie viele Kinder auf einen Betreuer kommen, entscheidet jedoch der Wohnort.

Bei der Personalausstattung in Kindergärten für Drei- bis Sechsjährige hat Nordrhein-Westfalen einer Studie zufolge Fortschritte gemacht. In den Krippen für die Kleinsten unter drei Jahren tritt NRW dagegen beim Qualitätsausbau auf der Stelle, wie aus dem „Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurde.


Eine pädagogische Fachkraft betreute zum Stichtag 1. März 2017 demnach rechnerisch 8,9 Kindergartenkinder - fünf Jahre zuvor waren es 9,8 ganztagsbetreute Jungen und Mädchen ab drei Jahren. Zum Vergleich: Die meisten Kindergartenkinder müssen Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern betreuen, nämlich 13,4. Die geringste Belastung kommt in Baden-Württemberg auf eine Fachkraft, nämlich 7,1 Kinder pro Person.

In den Krippen für Unterdreijährige blieb der Personalschlüssel in NRW dagegen unverändert bei 1 zu 3,7 Kindern. Schon seit Jahren müssen die meisten Kleinkinder auf einmal in Sachsen betreut werden (6,4), der beste Personalschlüssel liegt bereits seit 2014 in Baden-Württemberg vor (3,1 im Jahr 2017).



Innerhalb von NRW gibt es aber große Differenzen. Den größten regionalen Unterschied findet man bei der Kindergartenbetreuung. So muss eine Fachkraft im Kreis Coesfeld zwei Kinder mehr betreuen (10,2) als beispielsweise in Düsseldorf (8,1).

Hier einige Beispiele für die Betreuung im Kindergarten in NRW:

  • Kreisfreie Stadt Köln: 8,1 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Wuppertal: 9,2 Kinder je Vollzeitstelle
  • Rhein-Kreis Neuss: 9,5 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Mönchengladbach: 9,5 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Duisburg: 10,3 Kinder je Vollzeitstelle

Bei den Krippen schneidet dagegen Herne besonders gut ab. Hier kommen auf einen Erzieher 3,2 Kinder. In den Kreisen Coesfeld und Borken dagegen sind es zwei Kleinkinder mehr pro Fachkraft.

Hier einige Beispiele für die Betreuung in der Krippe:

  • Kreisfreie Stadt Düsseldorf: 3,9 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Köln: 4,0 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Wuppertal: 4,0 Kinder je Vollzeitstelle
  • Rhein-Kreis Neuss: 4,2 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Mönchengladbach: 4,3 Kinder je Vollzeitstelle
  • Kreisfreie Stadt Duisburg: 4,4 Kinder je Vollzeitstelle

Den Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung entsprechen diese Zahlen nicht. Demnach dürften nicht mehr als drei Krippen-Kinder auf einen Pädagogen kommen und nicht mehr als 7,5 Kindergartenkinder. Entsprechend bestehe weiter Ausbaubedarf, betonte Stiftungsvorstand Jörg Dräger in Gütersloh.

Insgesamt wurden im März 2017 in 9943 Kitas in NRW gut 90.900 Kinder unter drei Jahren und knapp 490.400 Kita-Kinder ab drei Jahren betreut - und zwar von 110.440 Pädagogen. Für einen optimalen Personalschlüssel seien zusätzlich 15.536 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte und weitere 706 Millionen Euro pro Jahr erforderlich. Der Bedarf erhöhe sich noch einmal deutlich, wenn man alle Kitas mit einer professionellen Leitungskraft ausstatten wolle. Aus dem geplanten „Gute-Kita-Gesetz“ des Bundes könne NRW 2021 und 2022 mit jeweils rund 431 Millionen Euro rechnen.

(ham/dpa)