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Berliner Notizen
Wagenknecht und die gelbe Weste

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Horst Seehofer hat durch die Datenklau-Affäre offenbar einiges dazugelernt. Konkret: Benutze nicht „I love you“ als Passwort. Das, so verriet der Innenminister vergangene Woche, habe ihm kein Geringerer als der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, geraten. Von Hagen Strauss

Gemeinsam sei man die gängigsten und damit leicht zu knackenden Passwörter durchgegangen – „I love you“ gehört dazu. Und ein Glück: „Meine sind nicht darunter“, sagte ein grinsender Seehofer. „I love Bayern“ ist im Rest der Republik eben wenig verbreitet...


 

Katarina Barley hatte, wie auch an dieser Stelle schon berichtet, kürzlich im Bundestag gestichelt, die Männer hätten mal wieder „Unfug“ angerichtet, „und die Frauen müssen aufräumen“. Gemeint waren der Brexit und Theresa May. Der Satz schlug hohe Wellen. „Das war halt spontan und ironisch“, erklärte Barley jetzt. Sie habe sich des speziellen britischen Humors bedient, den sie von ihrem Vater geerbt habe, einem Engländer. Bitte mehr davon.



 

Julia Klöckner verkündete bei der Vorstellung des neuen Ernährungsreports am vergangenen Dienstag wenig Überraschendes: Die Deutschen mögen laut Umfrage ihr Schnitzel und ihr Gulasch, viele essen jeden Tag Obst und Gemüse (wer’s glaubt...) und mehr Männer als Frauen futtern Fleisch. Klar, am Grill ist der Mann immer noch der „King of Kotelett“. Klöckners Botschaft war jedenfalls diese: „Wir wollen eine gesunde Ernährung, die auch schmeckt. Das ist leichter gesagt als getan.“ So, so.

 

Sahra Wagenknecht ist mit einem roten Auge davon gekommen. Der Aufstand gegen die linke Vorkämpferin wegen ihrer „Aufstehen“-Bewegung blieb in den vergangenen Tagen aus. Doch gestichelt gegen Wagenknecht wurde trotzdem – wegen eines Videos, in dem sie in einer „Gelbweste“ vor dem Kanzleramt steht und für ihre Bewegung wirbt. Gut, in Frankreich rennen viele damit rum. Doch Wagenknecht hat ihre Weste im Video mit einem warmen Pelz garniert. Das sorgte für Spott: „Unsere Salonbolschewistin…“