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Bergwerk Saar wird verschlossen

Saarbrücken. Der Bergbau im Saarland ist jetzt endgültig Geschichte: Die Maschinen sind aus den Schächten entfernt. Ab Anfang März wird das Grubengebäude explosionssicher versiegelt und läuft dann teilweise mit Wasser voll. Das kündigte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig gestern an

Saarbrücken. Der Bergbau im Saarland ist jetzt endgültig Geschichte: Die Maschinen sind aus den Schächten entfernt. Ab Anfang März wird das Grubengebäude explosionssicher versiegelt und läuft dann teilweise mit Wasser voll. Das kündigte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig gestern an.Vorerst werden nun der Südschacht komplett verfüllt und Neyschacht sowie Primsmulde mit knapp 70 Meter dicken Betonpfropfen verschlossen. Für den Nordschacht ist eine acht Meter dicke Betonschicht in 1000 Meter Tiefe vorgesehen. Der Barbarastollen in Ensdorf wird dagegen nur mit einem Damm verschlossen. Der Grund: Wenn das Bergwerk über einen Zeitraum von acht Jahren kontrolliert mit Wasser vollläuft, kann es zu Erderschütterungen kommen. Im Nordschacht sei dafür eine Überwachung installiert, sagt Bergwerksdirektor Friedrich Breinig. Und über den Barbarastollen könne mit Pumpen geregelt werden, wie schnell das Bergwerk vollläuft. Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) relativiert allerdings die Gefahr von Erschütterungen: "Die Flutung ist ein normales Vorgehen", sagt er. "Das ist bei allen anderen Bergwerken im Saarland genauso gemacht worden." Letztlich sei es sogar so, dass die Gefahr weiterer Setzungen nach dem Fluten sogar geringer sei. Auch Breinig geht nicht von übermäßigen Erschütterungen aus. Schon im Auslaufbergbau nach dem Beben 2008 habe es kaum nennenswerte Erschütterungen gegeben.


Ob irgendwann alle Pumpen an der Saar abgestellt werden können, wollte Hans-Alois Schmitt, Leiter des Bergamtes Saarbrücken, nicht sagen: Erst müsse sichergestellt sein, dass kein Trinkwasser kontaminiert wird, dass kein Methangas austritt und dass die Erdoberfläche nicht betroffen ist. Ausschließen wollte er die Möglichkeit aber nicht.



Zum freiwerdenden Methangas ist aktuell geplant, dieses am Süd- und Nordschacht abzusaugen und über Blockheizkraftwerke des Energiekonzerns Steag New Energies zu verwenden.

Offen ist noch die Zukunft eines Pumpspeicher-Kraftwerks im Nordschacht: Eine Machbarkeitstudie zeigt, dass der Bau technisch möglich wäre. Internen Planungen der RAG zufolge könnte ein Kraftwerk mit einer Fallhöhe von 850 Metern entstehen, das bis zu zwei Stunden lang 300 MW Leistung liefert. Insgesamt würden für die Realisierung Kosten von knapp 500 Millionen Euro anfallen. Kreisen der Energiewirtschaft zufolge ließe sich bei den aktuellen Bedingungen am Strommarkt ein solches Kraftwerk nicht wirtschaftlich betreiben. Maas sicherte gestern allerdings zu, sich politisch dafür einzusetzen, das Pumpspeicher in der Energiewende so berücksichtigt werden, dass sie sich wirtschaftlich auch rechnen.

Bei der Photovoltaik ist den RAG-Planungen zufolge der weitere Ausbau auf Bergbau-Flächen vorgesehen. Bis 2014 soll dort eine Leistung von 80 Megawatt installiert werden.jwo