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Bekömmliche US-Avantgarde

Saarbrücken. Das SR-Festival "Mouvement - Musik im 21. Jahrhundert" blickt vom 20. bis 24. Mai in Saarbrücken auf die US-Musikszene - unter dem Motto "Amerikanische (T)Räume"

Saarbrücken. Das SR-Festival "Mouvement - Musik im 21. Jahrhundert" blickt vom 20. bis 24. Mai in Saarbrücken auf die US-Musikszene - unter dem Motto "Amerikanische (T)Räume". Für den künstlerischen Leiter Wolfgang Korb eine Herausforderung: Galt es doch, die charakteristische, schier unglaubliche Fülle an Musikstilen und -arten der USA repräsentativ für ein deutsches Publikum aufzubereiten. Zum Glück traf Korb den Schlagzeuger und Komponisten Matthias Kaul. Der Hamburger ist Mitbegründer des seit 25 Jahren bestehenden Ensemble "L'art pour l'art" und war der US-Avantgarde von Beginn an verbunden. Kaul und seine Musiker kennen die Strömungen bestens, was sie prädestiniert, "artist in residence" zu sein.2009 sind bei "Mouvement" besonders wenig "Neue-Musik-Schwellen" zu überwinden. Denn in den USA war die Grenze zwischen ernster und unterhaltender Musik stets fließend (oder gar nicht vorhanden). Musik wird einfach neu erdacht und dann gemacht. So kann man mit dem Begriff Kunstrock das umschreiben, was der New Yorker Gitarrist und Komponist Elliot Sharp tut. Norbert Walter Peters Auftragskomposition versteht sich als Hendrix-Hommage. Dem Schubladendenken entzieht sich Mark Feldmann - der Geiger ist im Jazz ebenso erfolgreich wie in der ernsten Musik.Neben exotischen Musikströmungen bietet "Mouvement" auch konventionelle Neue Musik. So bringt der italienische Spezialist Emilio Pomárico mit der Deutschen Radiophilharmonie Meisterwerke der neueren US-Musikgeschichte von Feldman und Carter aufs Podium. Für den Nachwuchs ist doppelt gesorgt: Im Rahmen der Reihe "Musik für junge Ohren" können die kleinen Zuhörer die eigene Altersgruppe auf der Bühne erleben. Dort trifft "L'art pour l'art" das Saarländische Schülerorchester. sadTermine:www.sr-online.de/musik21