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„Ein modernes Aschenputtel muss wissen, was es tut“

Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh (54), der vor allem für seine Shakespeare-Verfilmungen wie „Viel Lärm um Nichts“ und „Hamlet“ bekannt ist, bringt nun den Märchenklassiker „Aschenputtel“ als opulentes Abenteuer ins Kino. SZ-Mitarbeiter Martin Schwickert hat mit Branagh über den Film „Cinderella“ gesprochen.

Was hat Sie nach diversen Shakespeare-Adaptionen und der Comic-Verfilmung "Thor" nun ins Märchenland verschlagen?

Branagh: Mir gefällt der Überraschungseffekt. Kaum einer hätte erwartet, dass ich so ein Mädchen-Märchen verfilme. Und es gibt auch eine Kontinuität zu vorherigen Filmen. Irgendwie lande ich immer bei Figuren, die mit bedeutungsbeladenen Symbolen hantieren: "Die Zauberflöte" mit dem Phallussymbol, Thor mit seinem Hammer und nun Aschenputtel und ihr gläserner Schuh.

"Cinderella" ist im Disney-Studio realisiert worden, wo auch die klassische Zeichentrickversion von 1950 entstanden ist. Was haben Sie denn verändert?

Branagh: Vor allem wollte ich Cinderella aus der Opferrolle herausholen. Für mich hat Aschenputtel eine leise Stärke und große innere Würde. Ihr gewaltfreier Widerstand gegen die Stiefmutter ist das Herz meines Films. Ich mag Filme, die die zurückhaltenden und stillen Qualitäten einer Figur betonen. Mir ging es darum, diese Eigenschaften, die normalerweise nicht als sexy und charismatisch gelten, so sexy und charismatisch wie möglich darzustellen. Frühere Versionen klammerten die Kindheit weitgehend aus. Deshalb habe ich erst einmal Vater und Mutter in die Geschichte hineingebracht, um zu zeigen, woher sie kommt. Ihre Eltern sind gefühlvoll und leidenschaftlich. Sie hat eine sehr glückliche Kindheit - bis ihr alles weggenommen wird, so wie das im Leben manchmal geschieht. Außerdem war es mir wichtig zu zeigen, dass Aschenputtel den Prinzen bereits vor dem Ball getroffen hat und zwischen den beiden schon eine Art Beziehung besteht. Im Disney-Trickfilm hat sie keine Ahnung, wer der Typ ist. Er ist einfach jemand, der Prinz genannt wird und es geht eigentlich nur um seinen Titel und seinen Reichtum. Aber ein modernes Cinderella muss wissen, was es tut und in wen es sich verliebt.

Schaut man sich Ihre Filmografie an, fällt Ihre Vorliebe für klassische Stoffe auf. Hätten Sie nicht einmal Lust einen ganz und gar gegenwärtigen Film zu drehen?

Branagh: Ich stelle immer wieder fest, dass ich meine Sicht auf die moderne Welt am besten in einer schon bestehenden Struktur oder vor einem historischen Hintergrund verdeutlichen kann. Wir leben in einer sehr schnellen Zeit. Da ist es manchmal sehr interessant, etwas Bekanntes zu sehen, das aus einer anderen Sicht erzählt wird.

"Sei freundlich und habe Mut" lautet das Lebensmotto, das der Vater Cinderella mit auf den Weg gibt. Wie weit kommt man mit diesem Mantra im Haifischbecken der Filmindustrie?

Branagh: Das ist fast überall ein gutes Mantra. Was die Freundlichkeit angeht, gibt es in Hollywood eine brutalere Version: "Sei nett zu den Leuten auf dem Weg nach oben, wenn du willst, dass sie nett zu dir sind, wenn es mit dir wieder bergab geht."

"Cinderella" startet in vielen Kinos der Region. Kritik morgen in unserer Beilage treff.region.