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Jonathan Tah über die neue Saison
Jonathan Tahs Ziel für die Saison: besser sein

Beim hart erkämpften 1:0-Sieg in Pforzheim war Jonathan Tah nicht in Bestform. Trotzdem ist der Innenverteidiger „heiß“ auf den Ligastart am Samstag in Mönchengladbach. Mit dem Gegner verbindet ihn eine besondere Geschichte. Von Dorian Audersch

Mit Ruhm hat sich Jonathan Tah am Samstagnachmittag in Pforzheim nicht unbedingt bekleckert – im Gegenteil: Der 22-jährige Innenverteidiger hatte mit den forsch auftretenden Angreifern des Oberligisten überraschend oft Mühe. Nach dem Schlusspfiff spielte das aber keine Rolle mehr. „Es war von Anfang an klar, dass wir hier nicht mit einem Schönheitspreis gewinnen. Wir wollten uns den Sieg erarbeiten und das haben wir gemacht“, sagte Tah. „Wir sind weitergekommen – und nur darum ging es.“


Der holprige Pflichtspielauftakt der Werkself ist also gelungen. Am Samstag wartet in Mönchengladbach der rheinische Rivale am ersten Spieltag der Liga (18.30 Uhr). Tah hat sicher nicht nur wegen der drei Siege in Liga und Pokal in der vergangenen Saison gute Erinnerungen an die Elf vom Niederrhein. Am 28. Januar 2017 gelang ihm außerdem sein erstes und bislang einziges Bundesligator gegen die „Fohlen“.

Klare Saisonziele will der 1,94 Meter große Abwehrspieler vorerst nicht definieren. Zwischen den Zeilen wird aber deutlich, dass es am Ende mindestens Platz vier werden soll, nachdem die vergangene Spielzeit auf Platz fünf endete. „Wir sind alle heiß auf den Ligastart“, sagte er. „Im Vergleich zur letzten Saison wollen wir uns steigern. Es ist immer das Ziel, sich zu verbessern.“ Dass der Kader bisher weitgehend zusammengeblieben und durch Paulinho, Mitchell Weiser, Lukas Hradecky und Isaac Kiese Thelin verstärkt worden ist, stimmt Tah optimistisch. „Klar ist das super, dass wir zusammengeblieben sind. Wir freuen uns jetzt auf das Spiel in Mönchengladbach.“



Dass die Werkself unter anderem mit ihm, Kai Havertz und Julian Brandt drei der größten Talente im deutschen Fußball in ihren Reihen hat, ist für dem gebürtigen Hamburger keine Überraschung. „In Leverkusen wird für junge Spieler viel gemacht. Man muss direkt Verantwortung übernehmen und dadurch reift man schneller“, sagt er. „Als ich 2015 hier angekommen bin, hatte ich von Anfang nicht das Gefühl, dass ich einfach irgendein junger Spieler bin, der keine Rolle spielt und wurde schnell integriert.“

Sein Kapitän Lars Bender, mit 29 Jahren eines der älteren Semester im Kader, sieht Bayer 04 durchaus in der Lage, in der Spitzengruppe der Tabelle mitzuspielen. „Von der Qualität her sind wir sicherlich eine Mannschaft, die ein ernstes Wort mitreden kann, aber wir müssen besser in die Saison finden als im vergangenen Jahr.“ Zur Erinnerung: Die Spielzeit 2017/18 begann für die Werkself mit einem Punkt aus drei Spielen. „Deswegen gilt es jetzt, sich voll auf Gladbach zu konzentrieren.“

Teamkollege Kevin Volland sieht es ähnlich, weißt die von einigen Experten ausgerufene Rolle als neuer „Bayern-Jäger“ für Bayer 04 aber zurück. „Das ist immer etwas, was von außen reingeredet und spekuliert wird“, sagt der Angreifer. „Wichtig für uns ist einfach, dass wir aus der vergangenen Saison etwas gelernt haben und in unserer Spielweise effektiver werden.“ Manchmal sei es einfach das Beste, gut zu stehen und ein Spiel mit 1:0 über die Bühne zu bringen.

Insofern ist der magere Erfolg in Pforzheim wohl als Fortschritt zu werten – zumindest, wenn man mit der Einstellung in die Spiele geht, dass ein „dreckiger Sieg“ besser als ein „sauberes Remis“ ist.