Banken steht Extrem-Stresstest bevor

Banken steht Extrem-Stresstest bevor

Europas Bankaufseher wollen die 124 wichtigsten Kreditinstitute des Kontinents in den kommenden Monaten auf Herz und Nieren prüfen und dem bislang härtesten Stresstest unterziehen. Bei der Prüfung müssen die Banken beweisen, dass sie auch bei einem Konjunktureinbruch mit einem Verfall von Immobilienpreisen und Aktienkursen sowie einer gegen Null tendierenden Inflation nicht in Schieflage geraten würden.

Zu den 128 Testkandidaten zählen auch 23 deutsche Institute.

Die genauen Kriterien für das Stress-Szenario legte die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA gestern in London vor. Mit der Überprüfung will die EBA Vertrauen in die Banken schaffen. Die Ergebnisse sollen im Oktober vorliegen.

Die Annahmen sehen unter anderem vor, dass die europäische Wirtschaft in diesem Jahr nicht wie eigentlich angenommen wächst, sondern um 0,7 Prozent schrumpft. Für das kommende Jahr wird dann ein Rückgang von 1,5 Prozent simuliert, für 2016 eine minimale Erholung um 0,1 Prozent. Dies ist allerdings weniger, als in der realen Krise in den Jahren 2008 bis 2010 verloren ging. Auch ein Verfall der Aktienkurse von fast 20 Prozent sowie einknickende Staatsanleihen gehören zu dem Szenario.

Auch im schlimmsten Szenario müssen die Banken noch auf eine harte Eigenkapitalquote von 5,5 Prozent kommen. Das heißt, dass die Risikopositionen der Institute auch bei einem Wirtschaftseinbruch mit genügend eigenen Mitteln abgesichert sind. Eigenkapital gilt als wichtiger Puffer gegen neue Bankenkrisen. Derzeit haben die Institute nach EBA-Angaben im Schnitt eine harte Eigenkapitalquote von 11,7 Prozent.