Bafin: Lebensversicherer können Zusagen halten

Bafin: Lebensversicherer können Zusagen halten

Lebensversicherer haben Probleme damit, ihre Renditeversprechen zu halten. Hintergrund sind die niedrigen Zinsen. Die Chefin der Aufsichtsbehörde Bafin ist jedoch optimistisch, dass die Kunden in den kommenden Jahren die erwarteten Zinsen bekommen.

Das niedrige Zinsniveau macht Lebensversicherern zu schaffen, dennoch können sie nach Einschätzung von Bafin-Chefin Elke König mittelfristig ihre Renditezusagen an die Kunden einhalten. "Prognoserechnungen und Stresstests zeigen, dass sie dazu trotz der Niedrigzinsen noch einige Jahre in der Lage sind", sagte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der "Wirtschaftswoche".

Lebensversicherer haben wegen der anhaltend niedrigen Zinsen Schwierigkeiten, die ihren Kunden zugesagten Erträge zu erwirtschaften. Die Finanzpolster der Assekuranzen schmelzen, die Rendite sinkt. Der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge beträgt nur noch 1,75 Prozent. Daneben erhalten Sparer eine variable Überschussbeteiligung, die ebenfalls rückläufig ist. Die Aufsichtsbehörde wirkt nach Worten Königs derzeit an der Vorbereitung eines Gesamtkonzepts mit, das Risikotragfähigkeit und Stabilität der Branche stärken soll. "Das könnte vorsehen, dass wir ähnlich wie bei Banken früher eingreifen und erweiterte Auskünfte verlangen können", sagte sie.

Für Unruhe haben zuletzt Medienberichte gesorgt, wonach einige Versicherer Ausnahmeregelungen beantragt haben sollen, um für ihre Kunden vorübergehend weniger Geld vom Gewinn zurücklegen zu müssen.

Zu einer möglichen Aufhebung von Zinsgarantien für Altverträge sagte König: "Das kommt nur als Ultima Ratio (letzter Ausweg) in Betracht. Wenn einem Versicherer die Insolvenz droht, gehen die Verträge zunächst auf den Sicherungsfonds über. Nur wenn das für eine Sanierung nicht ausreicht, könnten wir die Garantien begrenzt reduzieren."

Auch eine Senkung der Kapitalanforderungen für Anlagen der Versicherer etwa in Aktien oder Immobilien, wie sie das Regelwerk "Solvency II" künftig vorsieht, hält König nicht für notwendig. "Die Vorgaben sind bei weitem nicht so streng, wie die Branche behauptet." Grundsätzlich sei es positiv, wenn sich Versicherer Gedanken über vermehrte Investitionen in Immobilien, Infrastruktur und Unternehmensanleihen machten. Jedoch müsse die Bafin sicherstellen, dass sie hierfür ausreichend kompetent seien: "Wir wollen nicht wie nach der Finanzkrise zu hören bekommen, dass dummes deutsches Geld in Produkte geflossen ist, die man nicht versteht und deren Risiko man falsch einschätzt", sagte König.