Autoindustrie beklagt Verhalten von Schaeffler

Autoindustrie beklagt Verhalten von Schaeffler

Herzogenaurach/München. Der Autozulieferer Schaeffler hat sich mit seinem Machtkampf gegen Continental scharfe Kritik von Politik und Wirtschaft eingehandelt. Zugleich stellte die bayerische Staatsregierung klar, dass der in Herzogenaurach ansässige Familienkonzern unter der Führung von Maria-Elisabeth Schaeffler (Foto: dpa) bei einem tragfähigen Konzept mit Staatshilfen rechnen könne

Herzogenaurach/München. Der Autozulieferer Schaeffler hat sich mit seinem Machtkampf gegen Continental scharfe Kritik von Politik und Wirtschaft eingehandelt. Zugleich stellte die bayerische Staatsregierung klar, dass der in Herzogenaurach ansässige Familienkonzern unter der Führung von Maria-Elisabeth Schaeffler (Foto: dpa) bei einem tragfähigen Konzept mit Staatshilfen rechnen könne. Schaeffler habe dies bisher nicht beantragt.Dagegen ist die Autoindustrie nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" zunehmend sauer auf die Schaeffler-Familie. Schaeffler habe als Mehrheitseigentümer des Autozulieferers Continental ein Chaos angerichtet, zitierte der "Spiegel" einen hochrangigen VW-Manager, ohne ihn zu nennen. Dies sei für die Branche gefährlich, weil Conti eine zentrale Rolle bei der Entwicklung alternativer Antriebe spiele.Seit Schaeffler bei Conti eingestiegen ist, mussten Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg, Vorstandschef Manfred Wennemer und Finanzvorstand Alan Hippe gehen. Auch Conti-Chef Karl-Thomas Neumann droht nach weniger als einem Jahr an der Konzernspitze das Aus. "Diesen Aderlass kann das Unternehmen kaum verkraften", so der VW-Manager.Ähnlich kritisch beurteilen auch Manager bei BMW und Daimler die Entwicklung. Sie fordern, dass die Banken, bei denen Schaeffler und Conti in Milliardenhöhe verschuldet sind, ihren Einfluss geltend machen. Endgültig entschieden ist der Machtkampf nicht. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erwägen mehrere Aufsichtsratsmitglieder auf Seiten der Anteilseigner, ihre Mandate niederzulegen. Das könne den Plan durchkreuzen, Neumann abzulösen. dpa