Aus für „Welt der Familie“

Saarbrücken · Der Trend zeigte seit Jahren nach unten. Immer weniger Aussteller verzeichnete die Saarbrücker Verbrauchermesse „Welt der Familie“. Sie soll vom kommenden Jahr an in der „Saarmesse“ aufgehen.

 Zum letzten Mal warb im September ein Plakat vor dem Saarbrücker Messegelände für die „Welt der Familie“. Foto: Becker & Bredel

Zum letzten Mal warb im September ein Plakat vor dem Saarbrücker Messegelände für die „Welt der Familie“. Foto: Becker & Bredel

Foto: Becker & Bredel

Die "Welt der Familie" ist nach 51 Jahren Geschichte. Das hat der Aufsichtsrat der Saarmesse in einer Sondersitzung beschlossen. "Zwei große Verbrauchermessen an einem Standort haben einfach keine Zukunft mehr", sagte gestern Saarmesse-Interims-Geschäftsführerin Marion Linder. "Wir wollen deshalb das Beste aus der ,Welt der Familie‘ in der ,Saarmesse ‘ integrieren."

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte die Linder dem Aufsichtsrat ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Wegen der Tragweite hatten die Aufsichtsratsmitglieder aber Zeit für eine Beratung mit den jeweiligen Stadtratsfraktionen erbeten. In einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Montagabend haben sie dann das Aus besiegelt.

Die Entscheidung ist gefallen, obwohl die letzte "Welt der Familie" ein Erfolg war. Im Trend aber sind die Ausstellerzahlen rückläufig. Waren es 2005 noch 450 und vor zwei Jahren 380 Aussteller , kamen in diesem Jahr nur 340. "Wir können mittelfristig weder bei den Ausstellern noch bei den Besuchern die kritische Größe erreichen", sagte Saarmesse-Projektleiter Hans-Joachim Schubert. Erschwerend komme hinzu, dass parallel zur "Welt der Familie" mehrere große Gewerbeschauen im Saarland stattfänden.

Zwar ist auch die Verbrauchermesse "Saarmesse " unter Druck, steht aber deutlich stabiler da als die "Welt der Familie". Auf der "Saarmesse " waren in diesem Jahr 670 Aussteller vertreten - 2012 waren es noch 710. Bei den Besucherzahlen sind beide Messen relativ stabil. Zur "Welt der Familie" kamen in diesem Jahr 98 250 Besucher, gut 1000 mehr als im Vorjahr. Bei der Saarmesse waren es mit 106 500 rund 3000 weniger.

Statt der zwei Verbrauchermessen - ein im Frühjahr und eine im Herbst - soll es mit der "Saarmesse " künftig nur eine große Verbrauchermesse mit deutlich erweitertem Profil geben, in dem sich das Beste aus beiden Messen wiederfinden soll. Nicht nur der Auto-Frühling soll integriert werden, auch die Ausstellung von Computerspielen, die bei der "Welt der Familie" zusätzliche Besucher angelockt hatte, soll auf der Saarmesse stattfinden. "Wir werden bei der ,Saarmesse ‘ mittelfristig die Themen klarer voneinander abgrenzen und so die Profile der Messe schärfen", sagte Linder.

Bereits vor zwei Wochen hatte der Aufsichtsrat beschlossen, dass die "Freizeit-Messe" mit Auto-Frühling und Reisemarkt 2015 nicht stattfinden wird. Außerdem sollen die Tuning-Expo sowie die Motorrad-Messe Intermoto nur noch alle zwei Jahre veranstaltet werden.

Linder plant vorerst bis zum Jahr 2019. So lange soll der Messestandort am Schanzenberg noch aktiv bleiben. Wie die Zukunft der Messe danach aussieht, ist offen. Stadt und Land prüfen ein Konzept, das einen Kongress-Messe-Standort im Umfeld der Congresshalle vorsieht. Eine Entscheidung soll laut Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD ) bis Ende des Jahres fallen.

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