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Kolumne So kann’s gehen
Auf dem linken Fuß erwischt

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Nach dem reibungslosen Auftakt lag dann doch ein Schatten über dem Wochenstart. Und der Montag hätte noch schlimmer werden können.

Er begann so gut, dieser Montag. Die Brötchen waren emissionsfrei, weil zu Fuß, aus der Bäckerei geholt. Allein auf dem Weg dorthin hätten sich ein paar Möglichkeiten ergeben, in die Woche zu stolpern. Ich umging sie zu meinem freudigen Erstaunen geschickt. Von so viel Glück beflügelt, versorgte ich den Papagei mit seiner Lieblingsknabberei. Und schon hatte meine Befindlichkeitskurve eine tiefe Delle. Der Versuch, den Behälter mit den getrockneten Bananen zu schließen, scheiterte spektakulär. Hunderte Bananenchips verteilten sich ums Papageienhaus. Das Glas knallte mit einer Kante auf die empfindlichste Stelle meines Fußrückens. Ich überschüttete mich ob so viel Ungeschicklichkeit mit heftigen Verwünschungen und humpelte zum Auto. In Saarbrücken angekommen, hatte sich der Schmerz einigermaßen gelegt. Also wetzte ich tapfer los, überzeugt, dass mir so viel Pech nicht ein zweites Mal an diesem Montag über den Weg laufen würden. Das Hoffen schien sich zu lohnen. Meter um Meter rückte der Arbeitsplatz vorfallsfrei näher. Und dann, an der Einmündung unterhalb der Schlosskirche, durchfuhr mich doch noch ein mächtiger Schreck.


Die Fußspitze hob einen lockeren Stein aus dem Straßenpflaster. Doch statt das wie am Sommerbeginn zum Anlass für einen kapitalen Sturz zu machen, fing ich mich geistesgegenwärtig. Aufatmend legte ich den Stein wieder in sein Bett aus Sand.

Mit geschärften Sinnen erreichte ich vorfallsfrei den Arbeitsplatz. Mal sehen, was die Woche nach dem spektakulären Unentschieden im ewigen Kampf zwischen Pech und Glück noch bringt.