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Pflanzengifte entdeckt
Auch Kräutertees können auf die Leber schlagen

Wer auf Kräuter- und Kamillentees schwört, bekommt womöglich Lebererkrankungen.
Wer auf Kräuter- und Kamillentees schwört, bekommt womöglich Lebererkrankungen. FOTO: Franziska Koark / dpa-tmn
Hamburg.

Da können die bier- und schnapstrunkenen Narren hämisch grinsen. Wer abstinent lebt und auf die ach so gesunden Kräuter- und Kamillentees schwört, bekommt womöglich Lebererkrankungen wie ein Alkoholsäufer. Das kann man offenbar aus einer Untersuchung von Tees namhafter Hersteller schließen. Demnach wurden in sechs von 13 gängigen Kräuter- und Kamillentees aus Supermärkten und Discountern Pflanzengifte entdeckt. Diese sogenannten Pyrrolizidinalkaloide können zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert gibt es zwar nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung habe jedoch eine Höchstaufnahmemenge errechnet. Mit einer großen Tasse Tee hätte man demnach diese Menge schon erreicht. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie der Universität Kiel  forderte, dass alle Lebensmittel und somit auch Tees, frei von diesen Pflanzengiften sein sollten. Das hat nur einen Nachteil. Alkoholisierte Narren haben einen Grund weniger, über abstinente Kräutertee-Trinker zu lachen.