Glosse: Arzt-Mimik

Glosse : Arzt-Mimik

Das Schmerzempfinden wird von der Mimik des Arztes beeinflusst. Das berichten US-Forscher nach einer Studie – und natürlich ist das nachvollziehbar. Wenn etwa der Zahnarzt nach dem Blick auf das Patientengebiss die Hand vor den Mund schlägt und vor Entsetzen die Augen aufreißt, will keine Beruhigung aufkommen.

Alarmierend könnte auch sein, wenn der Arzt die Hände vors Gesicht schlägt oder die Augen zukneift, um das Elend nicht mit ansehen zu müssen. Oder weil er sich ganz fest darauf konzentrieren muss, was er gelernt hat. Aber davon berichten zumindest Patienten, die die Behandlung überleben, nur selten. Vielleicht ist ein Blick auf die Mimik des Gegenübers aber nicht nur in der Arztpraxis sinnvoll – ein Hinweis, der in Smartphone-Zeiten gar nicht oft genug erfolgen kann. Wenn sich etwa Lehrer oder Polizist nur mühsam ein Lachen verkneifen, muss an Ausrede oder Alibi noch mal gefeilt werden. Und auch ein Handwerker kann das Schmerzempfinden eines sensiblen Kunden beeinflussen. Denn wenn er angesichts einer Preis- oder Terminvorstellung mit dem Zeigefinger an seine Stirn klopft, tut das seltsamerweise dem Kunden weh.