Arbeitskammer will besseren Gesundheitsschutz in Betrieben

Arbeitskammer will besseren Gesundheitsschutz in Betrieben

Der Vorsitzende der Arbeitskammer (AK) des Saarlandes, Hans Peter Kurtz, hat gestern Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) erneut aufgefordert, "bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit endlich in die Offensive zu gehen".

Bei einem Treffen mit Journalisten erinnerte er daran, dass die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, "im Saarland trotz guter Konjunktur auf einem hohen Niveau verharrt". Im Durchschnitt sind das seit längerer Zeit rund 14 000. Kurtz will Rehlinger dabei unterstützen, im Saarland eine Modellregion für den sogenannten Passiv-Aktiv-Transfer einzurichten. Dabei sollen die Gelder, die Bezieher von Hartz-IV-Leistungen erhalten, dafür verwendet werden, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt zu schaffen.

"Wir wollen uns in diesem Jahr als Arbeitskammer weiterhin dafür einsetzen, dass möglichst viele Saarländer einen Arbeitsplatz haben, der ihnen ein ausreichendes Einkommen sichert und der sie nicht krank macht", steckte Kurtz eines der Ziele für 2016 fest. Dazu gehöre auch, dass sich die AK genauer ansehen will, wie es um den Arbeits- und Gesundheitsschutz in saarländischen Betrieben bestellt ist. Darüber hinaus will sich die Kammer darum kümmern, dass an der Saar die Situation im Pflegebereich verbessert wird. Um hier Missstände aufzuzeigen und Schwachpunkte zu beseitigen, seien bei der AK zwei zusätzliche Stellen geschaffen worden. Sicher sei, "dass wir im Saarland mehr Pflegekräfte und -angebote brauchen".

Im Bereich der Energiepolitik warnte Kurtz' Stellvertreter im AK-Vorstand, Dietmar Geuskens, davor, die saarländischen Kohlekraftwerke "frühzeitig abzuschreiben". Wenn in den nächsten Jahren in Süddeutschland die Atommeiler vom Netz gehen, "werden die saarländischen Stromfabriken dringend gebraucht um das Netz zu stabilisieren", sagte Geuskens.

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