Als Tüftler in der Industrie zu Hause

Als Tüftler in der Industrie zu Hause

Homburg. Die Firma des Homburger Unternehmers Bernd Hees (Foto: SZ) ist das, was die Statistiker einen "industrienahen Dienstleister" nennen. Der 61-Jährige Ingenieur ist seit fast 40 Jahren in den Industriebetrieben der Region zuhause. Zunächst als Angestellter, seit 1993 liefert er auf eigene Rechnung maßgeschneiderte Maschinenteile

Homburg. Die Firma des Homburger Unternehmers Bernd Hees (Foto: SZ) ist das, was die Statistiker einen "industrienahen Dienstleister" nennen. Der 61-Jährige Ingenieur ist seit fast 40 Jahren in den Industriebetrieben der Region zuhause. Zunächst als Angestellter, seit 1993 liefert er auf eigene Rechnung maßgeschneiderte Maschinenteile. Der Handel mit standardisierten Produkten ist zwar auch ein Standbein des Unternehmens, das zehn Mitarbeiter beschäftigt und zwei Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Doch Hees ist Tüftler aus Leidenschaft. Er setzt sich mit den Meistern und Technikern zusammen, die in den Gießereien, Stahlwerken oder Chemie-Konzernen die produktionstechnische Basisarbeit machen. Er diskutiert und probiert mit ihnen so lange, bis man bessere Lösungen gefunden hat. In den meisten Fällen nimmt er Veränderungen vor mit dem Ziel, den Verschleiß zu minimieren. Das können beispielsweise Messer zum Schneiden von Folien sein, die er mit einer besonderen Legierung härten lässt, damit sie länger ihren Dienst verrichten. Außerdem schlägt Bernd Hees häufig vor, "ein Werkstück zu reparieren statt es teuer neu zu kaufen". Seine Kunden finden sich im Südwesten Deutschlands, im Elsass, in Lothringen oder Luxemburg. Hees betreibt eine eigene Werkstatt, verfügt aber über ein Netzwerk von rund 50 Firmen, die nach seinen Konstruktionszeichnungen Maschinenteile für Industrie-Unternehmen fertigen oder verändern. Das sind nicht nur Kleinteile. Kürzlich lieferte er eine elf Meter lange Antriebswelle an die BASF. Er ließ sie in Italien schmieden und in Sachsen schweißen. Sie dient als Rührwerk für eine Chemie-Suppe des Ludwigshafener Konzerns. "Die Welle muss einiges aushalten, ihr dürfen aggressive Stoffe nichts ausmachen", sagt er. Wie er das hinbekommt, ist eines seiner vielen Ingenieur-Geheimnisse. low