Alkohol macht Corona-Viren schnell den Garaus

Corona-Virus : Alkohol macht Corona-Viren schnell den Garaus

Klassische Desinfektionsmittel können den größten Teil der Erreger binnen einer Minute vernichten.

(byl) Die neuen Corona-Viren, die die Welt in Angst und Schrecken versetzen, lassen sich mit klassischen Desinfektionsmitteln wirksam abtöten, zeigt die Analyse eines Forscherteams aus Bochum und Greifswald. Handelsübliche Desinfektionslösungen auf Basis von Alkohol (Ethanol), Wasserstoffperoxid und Natriumhypochlorit seien gegen die Viren der Corona-Familie „gut wirksam“, heißt es in einer Mitteilung der Uni Bochum. Sie könnten die Zahl der infektiösen Partikel auf einer Oberfläche binnen einer Minute um das Zehntausendfache reduzieren. Wenn Präparate mit anderen Wirkstoffen verwendet werden, müsse für diese Produkte mindestens „eine Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren nachgewiesen sein“, erklärt Professor Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Uni Greifswald.

„In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren.“ Da es bisher kein direktes Behandlungsverfahren gegen den Erreger gibt, sei die Vorbeugung besonders wichtig. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreite sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. „Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten, die oft aus Metall oder Kunststoff sind.“

Der Greifswalder Mediziner hat mit Professor Eike Steinmann vom Institut für Molekulare und Medizinische Virologie der Uni Bochum Daten aus 22 Studien über Coronaviren zusammengestellt. Die Arbeiten, die sich auch mit den Erregern der Lungenkrankheiten Sars und Mers befassen, zeigten, dass sich die Viren bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten können und infektiös bleiben. Im Durchschnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tage. „Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer“, erklärt Günter Kampf. Die Forscher gehen davon aus, dass die Forschungsergebnisse zu den diversen Vertretern der Familie der Coronaviren auch auf den neuartigen Erreger aus China übertragbar sind. Denn bei den Tests unterschiedlicher Coronaviren seien „alle Ergebnisse ähnlich gewesen“, sagt Eike Steinmann.