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Abgang Löschers bei Siemens voraussichtlich ohne Kampfabstimmung

München. Der Sturm bei Siemens flaut zumindest an der Oberfläche ab. Mittlerweile geht man im Konzern davon aus, dass die heutige Sitzung des Aufsichtsrats ohne größere Probleme gemeistert und dort ein Machtwechsel an der Spitze des Konzerns vollzogen wird. tmh/dpa

Damit würde der scheidende Vorstandschef Peter Löscher doch noch einer "einvernehmlichen Trennung" zustimmen und es nicht auf eine Kampfabstimmung im Aufsichtsgremium ankommen lassen, die er nach Lage der Dinge ohnehin verlieren würde. Damit läuft alles auf den bisherigen Finanzchef Joe Kaeser als neuen Siemens-Kapitän zu. Löscher war nach einer Reihe von Misserfolgen und zuletzt einer neuerlichen Gewinnwarnung unter Druck geraten. Am Wochenende hatte sich der Siemens-Aufsichtsrat auf seine Ablösung und auf Kaeser als neuen Konzernchef verständigt. Dabei soll es aber Meinungsverschiedenheiten über die Art und Weise der Ablösung gegeben haben.

Siemens-intern werden deshalb mehr oder weniger offen Nachfolgelösungen für den 70-jährigen Aufsichtsratschef Gerhard Cromme diskutiert. Als erster Kandidat wird der demnächst scheidende Linde-Chef Wolfgang Reitzle genannt. Der ehemalige BMW-Vorstand verlässt den Gasehersteller im Frühjahr 2014. Cromme wird nun nahegelegt, bis zur nächsten Siemens-Hauptversammlung 2014 seinen eigenen Rücktritt zu regeln.