1. Wetter

Hochwasser im Saarland: So ist die aktuelle Lage (mit Fotos)

63 Einsätze für die Polizei, Pegel sinken langsam wieder : Hochwasser im Saarland: So ist die aktuelle Lage – wird die Stadtautobahn Saarbrücken überflutet? (mit Bildergalerie)

Der Dauerregen sorgte am Dienstag im Saarland für steigende Pegel bei Flüssen und überflutete Keller. In der vergangenen Nacht hat sich die Hochwasserlage in den betroffenen Gebieten nicht verschärft. Die Pegel sinken langsam.

„Vollalarm in Orscholz“, meldet die Freiwillige Feuerwehr. Im Ort ist durch den Regen Wasser in eine Wohnung gelaufen und es werden steigende Pegel erwartet. Mehr als hundert Einsätze gab es alleine im Landkreis St. Wendel. Bis in die Nachtstunden werden die Einsätze in der Kreisstadt noch andauern. Doch auch andernorts ist die Feuerwehr im Einsatz. So ist in Eppelborn eine Fußgängerbrücke überspült, ein Bach droht überzulaufen und die L300 ist durch die starken Regenfälle teilweise überschwemmt.

Wie Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer berichtet, sind die Einsatzkräfte in St. Wendel in sechs der acht Kommunen unterwegs. Überflutete Straße, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume sind derzeit die häufigsten Probleme. Der Dauerregen sorgte auch dafür, dass die Böden gesättigt waren und sich mancherorts dadurch kleine Bäche bildeten.

Gefahr durch Öltank

In der Lebacher Straße in Primsweiler drang Regenwasser in einen Heizungskeller ein. Die Feuerwehr sicherten den Einlauf mit Sandsäcken und half dem Hausbesitzer somit, die technische Anlage und die Öltanks zu sichern. 

Auch in Ihn war die Feuerwehr zur Stelle, weil Fahrbahnen und Gehwege überschwemmt wurden und das ansteigende Wasser in Wohngebäude zu laufen drohte. In Aschbach trat die Theel über die Ufer, auch hier musste die Feuerwehr eingreifen und zwei Gebäude sichern. In Gresaubach war die Feuerwehr wegen eines Wassereinbruchs in einen Heizungskeller im Einsatz. Außerdem wurden Fahrbahnen überschwemmt, in Bilsdorf drang Wasser in einen Keller ein, in Steinbach musste ein bedrohlich schräg stehender Baum nahe einer Stromtrasse gesichert werden.

Kindergarten und Schule evakuiert

In Dirmingen ist die Feuerwehr selbst vom Wasser betroffen. Die Feuerwehreinfahrt ist überflutet und die Fahrzeuge mussten in Sicherheit gebracht werden, wie der Pressesprecher der Feuerwehr Eppelborn, Frank Recktenwald, der Saarbrücker Zeitung berichtet. Auch eine Schule und ein Kindergarten mussten evakuiert werden. Hier stand ebenfalls die Straße unter Wasser und war nicht mehr passierbar. Das Corona-Testzentrum in Dirmingen ist bis auf Weiteres wegen Hochwassers geschlossen. Die Lage habe sich aber jetzt beruhigt. „Wir sind aber für gerüstet und haben Sandsäcke vorbereitet“, sagte Recktenwald für den Fall, dass es zu weiteren Überflutungen kommt.

50 Einsätze in Marpingen

Die Feuerwehr in der Gemeinde Marpingen hatte bislang 50 Einsätze, wie die Gemeinde auf Facebook schreibt. Kurzzeitig bestand zudem die Gefahr, dass Wasser in das Seniorenheim eindringen könnte. „Wir haben die Evakuierung der Bewohner des Heims vorbereitet und sind von Tür zu Tür gegangen, um die Anwohner zu informieren“, sagte Wehrführer German Eckert.

Wetter soll sich verbessern

Der Regen soll nur noch am Dienstag anhalten. Für die kommenden Tage werden keine weiteren Regenfälle mehr erwartet. Deshalb wird sich die Lage am Mittwoch wohl wieder entspannen.

So ist die Hochwasserlage im Saarland

Die Pegel im Saarland sind am Dienstag über den Tag sehr schnell gestiegen, aktuell sinken die Pegelstände allerdings wieder. Im aktuellen Hochwasser-Meldebericht (5. Januar, 10 Uhr) heißt es: „Die Wasserstände an der unteren Blies, Nied und an der Saar steigen noch ganz leicht an und werden nach kurzem Stagnieren am Abend beziehungsweise in der Nacht zum Donnerstag fallen. Die Wasserstände an der Prims, Nahe und oberen Blies fallen weiter. Bis zum Wochenende sind keine nennenswerten Niederschlagssummen vorhergesagt, so dass sich die fallende Tendenz weiter fortsetzen wird. Der Wasserstand am Pegel Fremersdorf ist wieder unter die Marke von 390 Zentimetern gefallen.“ Der Hochwassermeldedienst könne daher vorerst eingestellt werden.

Wird die Stadtautobahn Saarbrücken überflutet?

Von besonderem Interesse ist auch der Wasserpegel in St. Arnual. Ist dieser zu hoch, muss die Stadtautobahn geschlossen werden. Laut Angabe der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wurde um 13 Uhr am Dienstag ein Pegel von 241 Zentimetern gemessen. Die Stadtautobahn muss allerdings erst bei einem Pegel von 380 Zentimetern gesperrt werden. Wie das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mitteilt, bestehe aber nur geringe Gefahr. Die Saar hätte noch ein ausreichendes Fassungsvolumen. Das bestätigte am Mittwochmorgen auch ein Sprecher der Führungs- und Lagezentrale der saarländischen Polizei auf SZ-Anfrage. Demnach sei eine Sperrung der Stadtautobahn eher „unwahrscheinlich“. Der Pegel in St. Arnual liegt am Mittwochmorgen einen Meter unter der für die Stadtautobahn kritischen Marke.

In den kommenden Tagen sind im Saarland keine weiteren Niederschläge vorhergesagt. Daher ist mit einer weiteren Entspannung der Hochwasserlage zu rechnen.

Insgesamt wurden von Dienstagmorgen, 8 Uhr, bis Mittwochmorgen, 8 Uhr, laut Polizei 63 Einsätze gemeldet.

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