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Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ meint über den Sieg des Demokraten Jones bei der Senatswahl in Alabama:

So unerwartet der Wahlausgang in einer der konservativsten Ecken Amerikas ist und so dramatisch seine Auswirkungen auf die Politik in Washington sein werden: Ein Beleg für einen radikalen Stimmungswechsel in Trump-Land ist er noch nicht. Doug Jones hat vor allem gewonnen, weil es ihm gelang, mehr traditionell demokratisch gesinnte Afro-Amerikaner zu mobilisieren. Zudem schreckte offenbar immerhin jede dritte weiße Frau davor zurück, Roy Moore ihre Stimme zu geben. Doch die überwältigende Mehrheit der Weißen stimmte immer noch für einen Mann, den wegen seines Hasses auf Schwule und Moslems eigentlich kein Provinzkaff zum Bürgermeister hätte wählen dürfen, lange bevor er der Nötigung damals 14- bis 16-jähriger Mädchen bezichtigt wurde.


In der „Stuttgarter Zeitung“ heißt es zum selben Thema:

Trumps Nimbus als Sieger ist gebrochen. Die Republikaner im Kongress werden daraus ihre Schlüsse ziehen und sich künftig zweimal überlegen, ob sie ihr politisches Schicksal mit dem des Präsidenten verbinden wollen. Zugleich wird der zweite unerwartete Triumph nach dem Erfolg bei der Virginia-Wahl die Demokraten für die Kongresswahlen im nächsten Jahr elektrisieren. Vor allem aber gewinnt die Zivilgesellschaft in den USA ein neues Selbstbewusstsein. Vor gut 60 Jahren nahm im armen und konservativen Alabama die amerikanische Bürgerrechtsbewegung ihren Anfang. Die Niederlage von Roy Moore weist den Weg für die Rückkehr des Landes zu Anstand, Toleranz und Respekt.



Die „Nürnberger Nachrichten“ meinen zu Pannen bei der Bahn:

Das Ergebnis ist in jedem Fall nicht nur ein Image-Schaden, der die DB noch lange verfolgen wird. Der Konzern hat damit dem gesamten, für die Mobilitätswende so unerlässlichen Verkehrsträger Schiene einen Bärendienst erwiesen. Wer zu wenig von dem hält, was er vorher verspricht, verspielt das Vertrauen, das für den langfristigen Erfolg unerlässlich ist.

Das „Badische Tagblatt“ kommentiert die Wahl des CDU-Politikers Kretschmer zum neuen sächsischen Ministerpräsidenten:

Der Personalwechsel in Dresden wirft ein grelles Licht auf die Union, die sich gerne im Schatten ausruht. Bundesweit genießt sie still und leise, dass Liberale und Sozialdemokraten in der veröffentlichten Meinung als Buhmänner geschmäht werden. Doch die Ruhe trügt. Die Unionsparteien müssen sich mächtig strecken, um mehrheitsfähig zu bleiben oder wieder zu werden.