Das „Straubinger Tagblatt“ schreibt zur ersten Sitzung des neuen Bundestags:

Mit dem Einzug der AfD herrscht im Bundestag ein neuer Ton. Die Neulinge vom rechten Flügel nehmen die Pose der Provokateure ein, die mit großem Selbstbewusstsein schon einmal ankündigen, ab jetzt ihre Themen auf die Agenda zu setzen. Das ist ihr gutes Recht. Nur werden sie rasch merken, wie begrenzt die Möglichkeiten einer Oppositionspartei sind, die noch dazu alleine auf weiter Flur steht.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt zur gescheiterten Wahl von Albrecht Glaser zum Bundestags-Vizepräsidenten:

Es ist üblich, dass die anderen Fraktionen den Vorgeschlagenen mitwählen; Pflicht ist es nicht. Es gehört sich aber, dass man hier auch in den sauren Apfel beißt: Diese Wahl bedeutet ja nicht, die Politik des zu Wählenden zu goutieren; sie anerkennt aber, dass das Präsidium des Bundestags das ganze Plenum zu repräsentieren hat. In einen Apfel, den er für giftig hält, muss der Bundestag gleichwohl nicht beißen – also nicht einen Vizepräsidenten wählen, der Unfrieden schürt.

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ schreibt zum Machtausbau des chinesischen Staatschefs Xi:

Ein irrlichternder US-Präsident, eine wankelmütige EU und mit Xi ein machtbewusster Technokrat an der Spitze Chinas: Das sind die Faktoren, die die Volksrepublik in eine selbstbewusste Zukunft katapultieren. Mit der Einstufung von Xi als ideologischem Vordenker formuliert Peking seinen weltweiten Machtanspruch ganz ungeniert. Bis 2050 will man überall spitze sein: wirtschaftlich, militärisch, kulturell. (. . .) Dem Westen ist ein geopolitischer Konkurrent erwachsen (...).

Die „Junge Welt“ aus Berlin schreibt zu den österreichischen Koalitionsverhandlungen:

Offen ist, was Kurz und FPÖ-Chef Strache bei ihrem Lieblingsthema Migration und Asyl planen. Viel ist da nicht mehr möglich. Die Grenzen sind dank SPÖ und ÖVP bereits jetzt dicht, Abschiebungen von seit Jahren im Land Lebenden gehören zum Alltag. Vermutlich wird in diesem Bereich deshalb nicht viel passieren. ÖVP und FPÖ haben mit dem Thema die Wahl gewonnen. Nun können sie ihr Image jenen gegenüber aufpolieren, die fragen, ob Kurz und Strache eine proeuropäische Regierung bilden werden.