74 Millionen Euro aus Brüssel zur Stärkung des Saar-Arbeitsmarktes

74 Millionen Euro aus Brüssel zur Stärkung des Saar-Arbeitsmarktes

Das Saarland kann mit Hilfe aus Brüssel bis 2020 rund 74 Millionen Euro zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, Förderung von Weiterbildung und Stärkung der Chancen Benachteiligter am Arbeitsmarkt verwenden.

. Das Saarland will mehr Langzeitarbeitslosen, die ein Jahr und länger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind, wirksamer helfen, um dieses Ziel zu erreichen. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger verwies gestern in der Landespressekonferenz auf 74 Millionen Euro, die Brüssel bis zum Jahr 2020 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Stärkung der beruflichen Chancen von Arbeitslosen und Menschen mit Lernschwächen zur Verfügung stellen wird. Das sind allerdings 14 Prozent weniger als in der vergangenen Förderperiode bis Ende 2013. Rehlinger begründete die Kürzungen damit, dass sich die wirtschaftliche Situation am Standort Saarland inzwischen verbessert habe. Gleichzeitig kündigte sie an, die Finanzhilfe aus Brüssel um 48 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln aufzustocken sowie um 25,6 Millionen Euro aus Mitteln der Wirtschaft. Somit stünden bis 2020 insgesamt 148 Millionen Euro bereit, um den Arbeitsmarkt an der Saar zu stärken.

Bisher sei es nicht gelungen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Saarland so stark zu verringern wie im Bundesschnitt. Viele Unternehmen hätten wohl noch nicht die Chance erkannt, Facharbeitermangel auch durch die Einstellung von Langzeitarbeitslosen mit ihren Erfahrungen zu bekämpfen. Rehlinger will deshalb nochmals stärker auf Unternehmen zugehen. Besonders von Langzeitarbeitslosigkeit und einem erhöhten Armutsrisiko betroffen seien Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende, Personen mit geringerer Qualifikation sowie ältere Menschen.

22 Prozent des Geldes sind für Weiterbildung und die Förderung von Beschäftigung bestimmt. Die Weiterbildungsquote im Saarland liege mit 7,6 Prozent deutlich unter dem EU-Schnitt von neun Prozent. 54 Prozent der Mittel sollen dazu dienen, Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zu gewährleisten und Armut besser zu bekämpfen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung