Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 20:06 Uhr

7. Sinfoniekonzert: Tief ins Herz der Finsternis

Saarbrücken. In strahlendem Sonnenschein ging man am Montag in die Congresshalle, um beim 7. Sinfoniekonzert Düsteres zu hören: Schuberts Tragische Sinfonie, Beethovens Eroica mit dem Trauermarsch und Mahlers Kindertotenlieder. Ein Widerspruch? Nein, im Gegenteil. Der Kontrast schärfte das Empfinden für diese Abgründe

Saarbrücken. In strahlendem Sonnenschein ging man am Montag in die Congresshalle, um beim 7. Sinfoniekonzert Düsteres zu hören: Schuberts Tragische Sinfonie, Beethovens Eroica mit dem Trauermarsch und Mahlers Kindertotenlieder. Ein Widerspruch? Nein, im Gegenteil. Der Kontrast schärfte das Empfinden für diese Abgründe. Zumal das Staatsorchester mit der Mezzosopranistin Alexandra Petersamer die optimale Interpretin gefunden hatte. "Der Tag ist schön!", diese verzweifelte Selbsttäuschung des Vaters, dessen Kinder gestorben sind - das so zu singen, dass man beim Zuhören fröstelt, beweist hohe Interpretationskunst. Aus stillem, fast märchenhaftem Erzählton ließ die Sängerin die dramatischen Ausbrüche hervorbrechen, um dann resignierend zurückzusinken. Die solistisch behandelten Bläser wurden angesteckt, so geriet das Ganze zu einer äußerst intensiven Kammermusik.Eindrucksvoll war die Begegnung mit dem jungen estnischen Dirigenten Hendrik Vestmann. Wobei die einleitende 4. Schubert-Sinfonie noch etwas blass wirkte; da hätten die Themen leidenschaftlicher, die Synkopen drängender sein können. Der klassisch kühle Klang hingegen war ebenso auffällig wie später der typische Mahler-Ton. Überzeugend nach der Pause: Beethovens Eroica. Von den ersten messerscharfen Schlägen an wurde eine Konzeption erkennbar: kantige Akzente, schneidende Dissonanzen und sicheres Umschalten zwischen den Stimmungen. Im Trauermarsch lange, gut kalkulierte Steigerungen, im Finale eine klare Darstellung des kontrapunktischen Geflechts, ohne den "drive" zu verlieren. Das Staatsorchester zog animiert mit, wobei man, ohne den bewährten "alten Hasen" zu nahe treten zu wollen, besonders die jungen Bläser-Solisten nennen muss: fünf Frauen, eine besser als die andere. Viel Beifall von einem dankbar-erschöpften Publikum. bü