28 000 Besucher und Mitarbeiter feiern 100 Jahre ZF

28 000 Besucher und Mitarbeiter feiern 100 Jahre ZF

Das ZF-Werk in Saarbrücken soll auch beim Thema Elektromobilität eine größere Rolle übernehmen. Als nächster Schritt steht die Endmontage von Hybrid-Getrieben an, hieß es auf dem Fest zum 100. Geburtstag von ZF.

Werkleiter Hermann Becker im Gespräch mit Ministerpräsidentin Annegret-Kramp-Karrenbauer und der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Foto: ZF Foto: ZF

Schon lange vor Beginn des großen Festes geht rund um den Deutsch-Französischen Garten (DFG) und das Werksgelände nichts mehr. Aus allen Himmelsrichtungen strömen sie herbei: ZF'ler mit ihren Familien, darunter auch zahlreiche Franzosen. Viele Kinder sind dabei, die einmal sehen wollen, wo der Papa oder die Mama schafft.

9000 Mitarbeiter und rund 19 000 Gäste feiern den Aufstieg der "Zahnradfabrik für Automobile aller Art" im Jahr 1915 zum heute deutschlandweit drittgrößten Autozulieferer. Auch weltweit spielt ZF im Jubiläumsjahr mit dem Erwerb des Zulieferers TRW Automotive, der sich auf die Herstellung aktiver und passiver Sicherheitssysteme im Fahrzeug spezialisiert hat, in einer höheren Liga. Die Zahl der ZF-Beschäftigten wächst so auf einen Schlag von heute 72 000 auf 134 000 mit 230 Produktions-Standorten. "Wir machen uns mit dem Erwerb von TRW unser schönstes Geburtstagsgeschenk selbst", sagt ZF-Produktionsvorstand Michael Hankel bei der Begrüßung im DFG.

Es sind jedoch gerade auch die Saarbrücker Mitarbeiter, die offensichtlich besonders hoch geschätzt werden. Das hat seinen Grund: "ZF-Saarbrücken ist heute das Zentrum für Automatik-Getriebe weltweit. Das liegt an Ihnen. Sie haben Außerordentliches geleistet", sagt Hankel. Werkleiter Hermann Becker verdeutlicht, was das in der Praxis heißt: 1973 wurden 40 000 Automatik-Getriebe in Saarbrücken produziert, 1985 schon über 200 000. Heute sind es 2,5 Millionen.

Was die Mitarbeiter leisten müssen, zeigt sich auch daran, dass von den täglich 10 000 Automatik-Getrieben jedes aus 600 Einzelteilen und verschiedensten Varianten besteht.

ZF-Betriebsratschef Wolfgang Schuler bescheinigt ebenfalls: "Das alles ist Ihr Erfolg." Heute könne man nahezu alle wichtigen Autohersteller der Premium-Klasse zu den Kunden zählen: von BMW über Jaguar bis zu Chrysler . 30 000 Bewerbungen jährlich zeigten, wie hoch ZF an der Saar angesehen ist. Besonders erfreulich sei im Jubiläumsjahr die Ausweitung der Zahl der Auszubildenden auf künftig 80 pro Jahr. "Wir sind ein sicherer Arbeitgeber, das sichert Existenzen."

Das sieht Eugen Roth , der Landes-DGB-Chef genauso. Sein Schwager arbeitet bei ZF in Wellesweiler. "Wenn es ZF gut geht, dann geht es auch dem Saarland gut", sagt Roth. ZF habe "eine enorm große strukturelle Bedeutung für die Region. So argumentieren auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger . Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz verweist darauf, wie stark ZF gerade in den letzten Jahren in der Landeshauptstadt gewachsen ist. "Der Standort hat sich hervorragend entwickelt."

Als weltweites Leitwerk werde ZF jetzt auch eine führende Rolle in der Elektromobilität übernehmen, sagt Kramp-Karrenbauer. Hankel bestätigt. "Wir wollen den Bereich Elektromobilität stark ausbauen. Als Nächstes übernimmt Saarbrücken die Endmontage für Hybrid-Getriebe." Auf dem Werkgelände präsentierten ZF-Mitarbeiter eigene Oldtimer. Zudem ließ eine mit modernsten technischen Mitteln ausgestattete Ausstellung 100 Jahre ZF lebendig werden. Per Touch-Screen konnte man ein Jahr bestimmen und sah ZF-Entwicklungen, eingebettet in Ereignisse der Zeit. Im DFG präsentierten alle ZF-Standorte weltweit kulinarische Spezialitäten. Die längsten Schlangen gab es an der Ausgabe der Schwenker.