„2016 wird ein gutes Reisejahr“

„2016 wird ein gutes Reisejahr“

Angst vor möglichen terroristischen Anschlägen in Urlaubsregionen hält die Saarländer nicht von ihrer Leidenschaft für Reisen ab. Viele Veranstalter setzen verstärkt auf neue „Geheimtipps“. Das zeigte sich auch am Wochenende auf der ersten Messe „Reisezeit“ am Flughafen Saarbrücken.

. Schon die Begrüßung hätte kaum einladender ausfallen können. Weibliche Besucher bekamen vom RTL-"Bachelor" Jan Kralitschka Rosen überreicht, der am Stand von Thomas Cook unter Vertrag stand. Erfolgreich als Model und auch als Anwalt zeigte sich Kralitschka, der ständig von Frauen umringt war, in Gesprächen eher als bodenständiger Typ, der zudem auch Verwandte in Saarlouis hat. Seine Meinung über die Saarländer: "Sie sind ehrliche Menschen und vereinen die positiven Eigenschaften von Deutschen und Franzosen." Sein persönlicher Reisetipp: Skandinavien sollte man gesehen haben. Dort könne man zudem auch noch ein Stück Abenteuer erleben, wenn man will.

Staatssekretär Jürgen Barke , der die Messe gemeinsam mit Flughafenchef Thomas Schuck eröffnete, zieht es in diesem Jahr eigentlich nach Sardinien. Auch er informierte sich fleißig an den Ständen im Flughafengebäude. Doch seine Frau favorisiert offensichtlich Mallorca. Jene Destination, die auch nach Auskunft zahlreicher Veranstalter am Flughafen nach wie vor das Reiseziel Nummer Eins der Saarländer bleibt. Womöglich auch, weil man durch die kurze Flugzeit ab Saarbrücken fast einen ganzen Urlaubstag gewinnt.

Flughafenchef Schuck ist in anderen Regionen unterwegs. "2015 habe ich ab Saarbrücken eine Amerika-Reise gemacht, die aus unserer Region besonders preisgünstig ist und über das Drehkreuz Berlin führt. Ich war in New York und Miami. Auch die Anschlüsse waren super", betonte Schuck, der es für realistisch hält, dass der Flughafen 2016 die Marke der 500 000 Passagiere übertrifft. Dafür hätten die Zeichen ursprünglich schon 2015 gut gestanden, doch dann wären Tunesien und Burgas in Bulgarien von Veranstaltern wegen politischer Unruhen gestrichen worden. Gute Auslastungen der Flüge verspricht sich Schuck derzeit von Griechenland und den Kanaren. Seine Wunschvorstellung ist es, neben Antalya noch ein weiteres Ziel in der Türkei anzubieten. Zudem müsse man Teneriffa nochmals prüfen. Zu bestimmten Zeiten im Jahr könne man möglicherweise auch Marokko in das Programm aufnehmen, wenn ein Veranstalter mitzieht.

Erwin Nentwich vom Türkei-Spezialisten Bentour Reisen, der ab Saarbrücken mit Sun Express und TuiFly kooperiert, rät trotz derzeit politischer Unruhen weiter zum Türkei-Urlaub. Man sei dort nicht unsicherer als anderswo. Sein Tipp: Die Ägäis mit Marmaris und Izmir. In der Region Cesme sei die Türkei noch sehr ursprünglich, abseits vom Massentourismus. Wer nach Bodrum reise, könne das St. Tropez der Türkei erleben. Die generelle Einschätzung des Reisexperten Nentwich deckt sich mit der vieler seiner Kollegen auf der Reisemesse: "2016 wird ein gutes Reisejahr."

Auch bei alltours sind Geheimtipps gefragt. Thorsten Krechel, Verkaufsleiter Südwest, rät zu Griechenland, speziell den Kykladen und Zakynthos. Dort könne man noch Ursprünglichkeit erleben. Seine Kollegin Silvia Küss von der Tui sieht als großen Trend Kreuzfahrten. Gleichzeitig sagt sie: "Es wird mehr verreist." Rebekka Schmitz vertritt die Interessen der Kreuzfahrt-Veranstalter Aida und Costa. Ein wesentlicher Unterschied nach ihrer Einschätzung: Aida-Kreuzfahrten sind mehr auf ein deutsches Publikum zugeschnitten und individueller ohne Kleiderzwang, Galas oder feste Tischzeiten. Costa-Angebote seien internationaler und förmlicher.

Meinung:

Eine gelungene Premiere

Der RTL-„Bachelor“ Jan Kralitschka verteilte auf der Reisemesse Rosen, hier an Alexandra Walter aus Quierschied mit Sohn Silas.

Von SZ-RedakteurThomas Sponticcia

Damit hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet. Schon knapp zwei Stunden nach Eröffnung der neuen Messe "Reisezeit " am Flughafen Saarbrücken waren bereits über 1000 Besucher im Gebäude, um sich über neueste Reisetrends aus erster Hand zu informieren. Zehn Reiseveranstalter, elf Hotelketten, fünf Kreuzfahrtunternehmen und weitere Einzelaussteller standen mit Tipps bereit. Es zeigte sich klar: Saarländer, Pfälzer, Franzosen und Luxemburger lassen sich die Freude am Reisen nicht verderben, selbst angesichts wachsender Bedrohungen durch Terrorismus . Sie sind offen für Neues, fragen verstärkt nach Geheimtipps und geben vielfach auch mehr Geld für das Reisen aus. Der große Betrieb zeigte zugleich, dass die Menschen den Flughafen annehmen. Er ist auch ideal als Veranstaltungsort für eine Reisemesse, bietet zudem viele Parkplätze. Nach der gelungenen Premiere sollte die Messe "Reisezeit " am Flughafen ein regelmäßiges Angebot einmal im Jahr werden.