20 Romane für Buchpreis nominiert

20 Romane für Buchpreis nominiert

Frankfurt/Main. Altrevoluzzer Rainald Goetz und Altmeister Sten Nadolny gehören zu den Autoren, die mit ihren neuen Romanen für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert sind. Eine Kritiker-Jury hat gestern unter 162 Büchern 20 Titel für die Endrunde des renommierten Preises bestimmt

Frankfurt/Main. Altrevoluzzer Rainald Goetz und Altmeister Sten Nadolny gehören zu den Autoren, die mit ihren neuen Romanen für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert sind. Eine Kritiker-Jury hat gestern unter 162 Büchern 20 Titel für die Endrunde des renommierten Preises bestimmt. Auf der "Longlist" steht auch Wolfgang Herrndorf, der mit seinem Roman "Sand" bereits den Preis der Leipziger Buchmesse 2012 gewann. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels prämiert seit 2005 die beste literarische Neuerscheinung des Jahres mit dem Buchpreis. "Sehr viele Bücher setzen sich intensiv mit der Geschichte der Bundesrepublik auseinander", sagte der Sprecher der Jury, Andreas Isenschmid. "Ich glaube, das ist ein sehr gutes Jahr." Es gebe kaum eine Dimension, die nicht vorkomme: "Die große Liebe und der avancierteste Kapitalismus, die Erfahrung des Heiligen so gut wie Schocks der Kälte und Einsamkeit."Goetz (58), der früher mit experimentellen Lesungen und einem Netz-Tagebuch für Furore sorgte, ist mit seinem Roman "Johann Holtrop" nominiert. Es geht dabei um den Absturz eines deutschen Vorstandschefs. In "Weitlings Sommerfrische" von Nadolny ist eine Kindheit am Chiemsee in den 50er Jahren das Thema. Der 70-jährige Autor hatte 1983 mit der "Entdeckung der Langsamkeit" - einem Buch über den Seefahrer John Franklin - einen Weltbestseller gelandet.

Weitere Themen der Autoren sind etwa das Aufwachsen in einem deutschen Internat wie bei Christoph Peters ("Wir in Kahlenbeck") oder Ursula Krechels Beschreibung der Rückkehr eines jüdischen Richters ins Berlin der Nachkriegszeit ("Landgericht").

Zu den Nominierten gehören auch bereits bekanntere junge Autoren wie der Österreicher Clemens J. Setz ("Indigo"). Olga Grjasnowa verarbeitet in ihrem Roman ("Der Russe ist einer, der Birken liebt") ihre Erfahrungen als jüdische Einwandererin in Deutschland. Unter der Verlagen ist Suhrkamp der Gewinner: Fünf Titel des Hauses stehen auf der längeren Auswahlliste (Longlist).

Am 12. September wird die Auswahl auf sechs Romane reduziert. Der Sieger wird am 8. Oktober - am Vorabend der Frankfurter Buchmesse - benannt. dpa