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Austausch
Schüler verständigten sich durch die Musik

Beide Gruppen wurden von Bürgermeister Jochen Kuttler im Öttinger Schlösschen am Kleinen Markt empfangen, wo er ihnen anschaulich seine Hochwaldstadt Wadern mit ihren 24 Ortschaften und 16 500 Einwohnern vorstellte.
Beide Gruppen wurden von Bürgermeister Jochen Kuttler im Öttinger Schlösschen am Kleinen Markt empfangen, wo er ihnen anschaulich seine Hochwaldstadt Wadern mit ihren 24 Ortschaften und 16 500 Einwohnern vorstellte. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Regen Austausch mit Schulen aus dem Ausland pflegen die Klassen des Hochwald-Gymnasiums Wadern. Aktuell liegen ereignisreiche Tage mit Schülern aus China hinter den Gleichaltrigen aus dem Hochwald.

Nach 30-stündiger Anreise waren zwölf Gäste aus der Fuzhou No1 High School in Wadern angekommen. Ihre Gastfamilien nahmen sie in Empfang, und die jungen Leute aus dem Reich der sich Mitte konnten sich ein paar Stunden ausruhen, bevor sie zum ersten Programmpunkt des Schüleraustausches eingeladen waren – zu einer Probe des Musikvereins Schmelz in der Bettinger Mühle. Dort probierten sie im Anschluss die Instrumente aus. „Dies machte unseren Gästen sichtlich Spaß, und sie konnten erste Eindrücke sammeln von der hiesigen Musiktradition und der Spieltechnik der hier gebräuchlichen Instrumente eines Blasmusikorchesters“, sagte Musiklehrer Reiner Vogel, der die Gäste betreute.


Organistin Gabi Fröhlich stellte den Gästen aus Fernost Aufbau und Funktionsweise der Kirchenorgel in St. Marien Schmelz Außen vor und gab ein kleines Konzert für die Gruppe. Voller Freude und fasziniert vom Weltkulturerbe Pfeifenorgel, durften die Gastschüler auch an der Schmelzer Orgel ein paar Takte spielen.

Überhaupt stand die Musik im Mittelpunkt des Austausches. Mit großem Interesse widmete man sich dem Musikprojekt „music joins people – Vergleichen und Verbinden traditioneller deutscher und chinesischer Musik durch Musizieren mit iPads“. Die Schüler aus Wadern entschieden sich dafür, den chinesischen Gästen aufgrund der kurzen gemeinsamen Projektzeit einen kleinen Querschnitt deutscher Musik zu präsentieren. Musik aus der Barockzeit (Pachelbel-Kanon), stellvertretend für die Blasmusiktradition als wichtiges Musikstück unserer Region den Steigermarsch und als Vertreter der aktuellen deutschen populären Musikszene „Tage wie diese“ von den Toten Hosen.



Die chinesische Schülergruppe stellte ein frühes traditionelles Musikstück, ein Volkslied und einen chinesischen Popsong für das gemeinsame Projekt vor. Im Laufe der Woche arbeitete die Gruppe daran, sich gegenseitig mit der bisher ungewohnten Musik vertraut zu machen und diese gemeinsam mit Hilfe von iPads zu „spielen“. Für Tablet, und insbesondere iPads, existieren sehr vielfältige und leistungsstarke Programme, mit denen sich Klang und Spielweise „echter“ Musikinstrumente simulieren lassen. „Damit war das erste deutsch-chinesische, und vielleicht auch bisher größte iPad-Orchester, bestehend aus insgesamt 27 Schülerinnen und Schülern, geboren“, sagte der Musiklehrer. Der erste Teil des Schüleraustausches endete mit einem kleinen Konzertes in der Aula des HWG und einer Abschiedsparty mit Büffet, Tanz und Musik.

Zum zweiwöchigen Gegenbesuch unter Leitung von Lehrer Vogel und zus in Begleitung der Kollegin Sabine Alff reist die Waderner Schülergruppe Anfang Oktober über Peking nach Fuzhou. Dort werde man das iPad-Musikprojekt fortführen und erneut präsentieren. „Auch wenn beim Abschied etliche Tränen flossen, fiel der Abschied nicht so schwer aufgrund der Gewissheit, sich bald im Reich der Mitte wiedersehen zu dürfen“, sagte Vogel.

Weitere Programmpunkte waren eine ganztägige Exkursion nach Trier (Karl-Marx-Haus mit chinesischer und deutscher Führung und Stadtbesichtigung), nach Mettlach (Keravision von Villeroy&Boch, deren Exponate die Gäste sehr beeindruckt hatten) und der Baumwipfelpfad an der Saarschleife.

Nahezu zeitgleich weilte auf Einladung des Auswärtigen Amtes und des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) eine Schülergruppe aus dem gesamten Vereinigten Königreich Großbritannien, England, Schottland, Wales und Nordirland, im Hochwald. „Die elf jungen Leute im Alter von rund 16 Jahren sind aufgrund ihrer herausragenden schulischen Leistungen im Fach Deutsch zusammen mit ihrer Betreuungslehrkraft ausgewählt worden, zwei Wochen in Deutschland zu verbringen, um bei uns den Schul- und Familienalltag kennenzulernen“, sagt die betreuende Lehrerin Daniela Hans. Zudem biete der Austausch die Möglichkeit, als Gastgeschwister interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und Beziehungen zu knüpfen. Die englischen Gäste nahmen am Schulalltag teil, erhielten mindestens vier Stunden Deutsch- und Landeskundeunterricht, lernten auf Exkursionen die nähere Umgebung kennen und erarbeiten ein gemeinsames kulturelles Projekt mit dem Thema „Kulturelle Identität – Inwiefern werden wir im Saarland in unserer Kultur und Lebensweise durch unser Nachbarland Frankreich beeinflusst?“. Dazu führten die Schüler im ganzen Saarland Interviews, die ausgewertet und deren Ergebnisse am Abschlussabend präsentiert wurden. Weitere Programmpunkte waren: Stand-up- Paddling unter Leitung der Surfschule am Bostalsee zur Gruppenstärkung; ein Besuch der Grundschule Konfeld, bei dem die britischen Schüler ihr Land vorstellten und mit den Schülern der beiden 3. Klassen spielerisch erste englische Vokabeln und Redewendungen lernten.

(eb)