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Reparaturen kosten 114 Millionen Euro
42 Prozent der Brücken im Saarland marode

Luftaufnahme der Fechinger Talbrücke.
Luftaufnahme der Fechinger Talbrücke. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken . Immer mehr Autobahn- und Bundesstraßen-Brücken im Saarland sind sanierungsbedürftig. Die Instandsetzung kostet mehr als 100 Millionen Euro. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Im Saarland sind 42 Prozent der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen marode und müssen saniert werden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von FDP-Bundestagsabgeordneten hervor, die der SZ vorliegt. „Der Sanierungsstau bei den saarländischen Brücken ist immens“, sagte Saar-FDP-Chef Oliver Luksic. Die Bundesregierung bezifferte die Kosten für Ersatzneubauten und Verstärkungen von Autobahn- und Bundesstraßenbrücken im Saarland auf 114 Millionen Euro. Die Zahl könne sich erhöhen, wenn die noch ausstehenden Untersuchungen abgeschlossen seien, hieß es.


„Die Landesregierung muss hier zügig handeln, damit es nicht zum Verkehrskollaps an neuralgischen Punkten kommt“, erklärte Luksic. Das Saarland habe schon bei der Fechinger A-6-Talbrücke bitter erleben müssen, was passiert, wenn eine sanierungsbedürftige Brücke plötzlich nicht mehr befahrbar sei.

Die Zustandsnoten für die Brücken im Saarland haben sich laut Bundesregierung von 2014 bis 2018 verschlechtert. Waren 2014 noch 24,1 Prozent der Brücken mit den Noten „nicht ausreichend“ oder „ungenügend“ bewertet, waren es 2018 bereits 28,7 Prozent. Der Bund habe in den Jahren 2013 bis 2017 Erhaltungsmittel in Höhe von 354 Millionen Euro ans Saarland zugewiesen. Ausgegeben worden seien vom Landesamt für Straßenbau (LfS), das die Bauprojekte umsetzt, 330 Millionen Euro. Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) müsse schnellstens alle verfügbaren Mittel beantragen, um die saarländischen Brücken wieder auf den modernsten Stand zu bringen, forderte Luksic.



Bei den künftigen Brückensanierungen wird der LfS ohne seinen bisherigen Chef Michael Hoppstädter auskommen müssen. Hoppstädter wechsele im Oktober zur Landesentwicklungsgesellschaft LEG Service GmbH, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. LfS-Vize Werner Nauerz werde Hoppstädters Aufgaben vorerst übernehmen.