HWK Saarland: 100 Jahre Saargebiet – 120 Jahre Handwerkskammer

HWK Saarland : 100 Jahre Saargebiet – 120 Jahre Handwerkskammer

2020 feiern das Saarland und die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) jeweils einen runden Geburtstag. Das Handwerk und seine Organisationen haben einen erheblichen Beitrag zum Strukturwandel der Saarwirtschaft geleistet.

Die Geburtsstunde der Handwerkskammer schlug am 1. April 1900. Untergebracht war sie damals im Rathaus St. Johann in der Keplerstraße. Nach einem Zwischenstopp in der Bleichstraße zog sie in die Saarbrücker Hohenzollernstraße. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kammergebäude zerstört und 1949 an gleicher Stelle wiederaufgebaut. Bis heute hat sie hier ihren Hauptsitz. Seit 120 Jahren engagieren sich zahlreiche ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter für die Anliegen des saarländischen Handwerks. „Das, was das Handwerk heute ist, nämlich ein Tragpfeiler der saarländischen Wirtschaft, ist dem Einsatz und der Entschlossenheit vieler Generationen zu verdanken“, betont HWK-Präsident Bernd Wegner. Die Betriebe des Handwerks leisteten in den zurückliegenden Jahrzehnten einen erheblichen Beitrag zum Strukturwandel der saarländischen Wirtschaft.

„Das Saarhandwerk und die Handwerkskammer haben sich in Zeiten des Wandels stets dadurch ausgezeichnet, dass sie nicht auf Besitzstandswahrung setzten, sondern offensiv Innovationen vorantrieben“, stellt Wegner fest. Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes ist von der wichtigen Bedeutung des Kammersystems überzeugt: „Der Staat hat im Rahmen der Selbstverwaltung der Wirtschaft den Handwerkskammern eine Reihe hoheitlicher Aufgaben übertragen, so zum Beispiel das Führen der Handwerksrolle sowie die Regelung der Ausbildung und die Durchführung von Prüfungen. Gäbe es die HWK als Selbstverwaltungseinrichtung des Handwerks nicht, müsste eine klassische Behörde diese Aufgaben übernehmen.“ Damit sei in jeder Hinsicht ein unmittelbarer Praxisbezug der Arbeit für die Betriebe des Handwerks gewährleistet. Die Handwerkskammer des Saarlandes, so Dr. Klein-Zirbes, erfülle ihre hoheitlichen Aufgaben mit einer serviceorientierten Haltung: „Mit vielen Angeboten, insbesondere unserem breit gefächerten Beratungsprogramm, bieten wir zudem viele direkte Dienstleistungen an.“

Heute vertritt die HWK die Interessen von über 12.000 Handwerksbetrieben, die mit rund 68.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 6,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Das Handwerk ist nicht nur ein wichtiger regionaler und überregionaler Versorger, sondern auch Zulieferer für die Industrie. „Damit das Handwerk auch künftig eine tragende Rolle für die Saarwirtschaft spielen kann, braucht es die richtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dafür engagieren wir uns“, hebt Wegner hervor. „Wir geben dem saarländischen Handwerk eine Stimme, die in Politik, Medien und Verwaltung gehört wird. Gerade für unsere handwerkspolitische Arbeit spielt unser Masterplan Handwerk 2025 eine wichtige Rolle.“ Auch im europäischen Kontext können nach HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Klein-Zirbes die Leistungen des Saarlandes und des hier ansässigen Handwerks nicht hoch genug gewürdigt werden: „Das Saarland mit seiner wechselvollen Geschichte und seiner engen historischen Beziehung zu Frankreich im Besonderen und zu Europa im Allgemeinen steht für die Kraft der Versöhnung.“ Auch künftig werde das Handwerk für ein geeintes Europa eintreten. „Die soziale Marktwirtschaft als auch die offenen Grenzen innerhalb Europas haben zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand unserer Gesellschaft beigetragen“, stellt Dr. Klein-Zirbes fest. HWK

Aktueller Sitz der HWK in der Hohenzollernstraße. Foto: Bankverbindung: Sparkasse Saarbr/Peter Diersch;GMLR
Ein Meisterbrief aus dem Jahr 1920, abgebildet ist bereits das neue Rathaus. Foto: GMLR

www.hwk-saarland.de/
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