Sie sind hier: HomeWirtschaftWirtschafts-Nachrichten

Nur jeder siebte Arbeitnehmer ist Gewerkschaftsmitglied





Köln/Frankfurt (dpa)
Nur jeder siebte Arbeitnehmer ist Gewerkschaftsmitglied
30. November 2016, 09:45 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. IG Metall Demonstration

Aktionstag der IG Metall, um mehr Lohn zu erstreiten. Foto: Michael Bahlo
100 Jahre nach der offiziellen Anerkennung der deutschen Gewerkschaften ist nur knapp jeder siebte Arbeitnehmer dort organisiert.

Im europäischen Vergleich liege Deutschland mit einem Organisationsgrad von 15 Prozent nur im hinteren Mittelfeld, heißt es in einem Beitrag des neuen «Gewerkschaftsspiegel» des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln). Dort wurden Zahlen aus 22 Ländern aus dem Jahr 2014 ausgewertet.

Weit mehr Menschen sind in Dänemark (69 Prozent), Schweden (62 Prozent) oder Finnland (61 Prozent) Mitglied einer Gewerkschaft. Dort wird aber auch die Arbeitslosenversicherung von den Gewerkschaften organisiert, während in Deutschland dafür die Bundesagentur zuständig ist.

Besonders wenige Gewerkschafter gibt es in den einstmals kommunistisch regierten Ländern, wo die Organisationen früher zum Machtapparat gehörten.

Als Grund für den geringen Organisationsgrad in Deutschland nennt das IW den Umstand, dass Tarifabschlüsse häufig auch auf unorganisierte Arbeitnehmer übertragen werden. «Dadurch lohnt sich das Trittbrettfahren: Der Einzelne lässt einfach andere dafür zahlen, dass Gewerkschaften Tarifverträge aushandeln.» Mehr Mitglieder könnten mit Anreizen und einer intensiveren Rückgewinnung ehemaliger Mitglieder erreicht werden.

Vor 100 Jahren hatte die Oberste Heeresleitung mitten im Ersten Weltkrieg die Gewerkschaften anerkennen müssen, um die kriegswichtigen Betriebe am Laufen zu halten. Dort wurden paritätisch besetzte Schlichtungsausschüsse eingerichtet. In der Weimarer Republik wurde den Gewerkschaften später auch das Recht zugesprochen, für ihre Mitglieder Tarifverträge abzuschließen.



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




Linde AG
München

Dax-Konzern Linde und US-Rivale Praxair wollen fusionieren

Mit einer gescheiterten Fusion und dem Rauswurf des Finanzchefs hat Linde im Herbst Schlagzeilen gemacht. Jetzt unternimmt das Unternehmen einen neuen Anlauf, um weltweit Nummer eins zu werden. Als neu gekürter Übergangschef soll das ein 66-Jähriger erreichen.Mehr
Leitindex Dax
Frankfurt/Main

Dax steigt auf Jahreshoch - Endspurt im Blick

Das Jahr 2016 hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt bislang viel Ärger und Verluste gebracht. Nun aber könnte die Wende geschafft sein. Viel hängt dabei von der EZB-Sitzung am Donnerstag ab.Mehr
Volkswagen
Brüssel/Berlin

Bericht: Brüssel will im Abgas-Skandal EU-Verfahren eröffnen

Der deutsche Autobauer Volkswagen hat bei Millionen Fahrzeugen die Abgaswerte verfälscht. Wie konnte das passieren? Und schauen die Aufsichtsbehörden wirklich hin? Brüssel zieht nun wohl Konsequenzen aus dem Skandal.Mehr


Anzeige



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige