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Arbeitslosigkeit auf Rekordtief: 2,53 Millionen ohne Job





Nürnberg (dpa)
Arbeitslosigkeit auf Rekordtief: 2,53 Millionen ohne Job
30. November 2016, 14:20 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Arbeitsmarktzahlen

Es sind gute Zeiten für Jobsucher. Foto: Carsten Rehder/Illustration
Ganz so kräftig wie in den Vormonaten gingen die Arbeitslosenzahlen im November nicht mehr zurück. Für ein neues Rekordtief reichte es aber allemal - und das trotz steigender Flüchtlingsarbeitslosigkeit.

In Deutschland waren im November so wenige Menschen arbeitslos wie zuletzt vor 25 Jahren. Lediglich im Frühjahr 1991 hatte die Zahl der Erwerbslosen noch etwas niedriger gelegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im November 2,532 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit.

Das sind 8000 weniger als im Oktober und 101 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Behörde in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück.

Rechnet man Jobsucher hinzu, die Trainingsmaßnahmen und Berufsfortbildungskurse absolvierten, waren im November bundesweit allerdings 3,517 Menschen auf Arbeitssuche gewesen. Das waren 41 000 mehr als vor einem Jahr, berichtete Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise. Für den Anstieg sorgten vor allem Flüchtlinge; viele von ihnen befänden sich derzeit noch in Förderkursen. Sie gelten damit offiziell als «arbeitssuchend», nicht aber als «arbeitslos».

Dennoch ist nach Weises Einschätzung der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust; auch die Aussichten seien günstig. «Die Zahl der Menschen, die sich bei uns wegen eines drohenden Arbeitslatzverlustes melden, ist weiter rückläufig. Das Risiko, arbeitslos zu werden, hat weiter abgenommen», stellte der BA-Chef zufrieden fest. Ähnlich zuversichtlich beurteilte auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) die aktuelle Arbeitsmarktlage.

Weise geht - entgegen der Prognose von Wirtschaftsweisen und Bankvolkswirten - für 2017 weiter von einer leicht sinkenden Arbeitslosigkeit aus. Im Jahresdurchschnitt rechnet er mit 2,62 Millionen Jobsuchern. Das wären rund 70 000 Erwerbslose weniger als voraussichtlich in diesem Jahr.

Nicht überbewertet werden sollte nach seiner Ansicht die leichte Flaute beim Stellenangebot. Von einer Trendwende könne keine Rede sein. «Wir haben eine so hohe Beschäftigung - und psychologisch ist dann die Erwartung, das muss so weiter steigen. Aber man muss sagen, das ist ein so hohes Niveau, wie wir es noch nicht hatten», gab Weise zu bedenken.

Laut den aktuellsten Zahlen vom September war die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in dem Monat erstmals seit längerem saisonbereinigt etwas gesunken - um 6000. Insgesamt gab es im September 31,74 Millionen reguläre Stellen, 411 000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen lag mit 43,84 Millionen hingegen nur um 352 000 über dem Niveau von September 2015.

Weise schließt nicht aus, dass auch der geplante EU-Austritt Großbritanniens Unternehmen dazu veranlasst haben könnte, bei Neueinstellungen zu zögern. Auch die angekündigte Abschottungspolitik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump werde womöglich nicht ohne Folgen für die deutsche Wirtschaft bleiben - wenn auch zeitversetzt. «Auf lange Sicht wird das sicher Effekte haben», sagte Weise.

Unterdessen werden nach Einschätzung der Bundesagentur «die Auswirkungen der Fluchtmigration auf dem Arbeitsmarkt zunehmend sichtbar». So waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im November 406 000 arbeitssuchende Flüchtlinge registriert; 160 000 davon sind als arbeitslos erfasst. Die übrigen würden noch in Kursen auf den Alltag und das Berufsleben in Deutschland vorbereitet und flössen daher zunächst nicht in die Arbeitslosenstatistik ein.

Die Zahl der erwerbslosen Flüchtlinge stieg damit binnen Jahresfrist um mehr als 80 000. Zugleich fanden aber seit Dezember 2015 rund 34 000 Flüchtlinge eine Stelle, wie BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker hervorhob. 268 000 hätten seitdem Sprach- und Berufsvorbereitungskursen absolviert. Immer mehr Flüchtlinge nähmen inzwischen schon während oder spätestens nach dem Asylverfahren an Förderprogrammen teil. Dass sei der Grund, warum die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge derzeit nicht mehr so stark steige.



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