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November-Dämpfer für Stellenboom





Nürnberg (dpa)
November-Dämpfer für Stellenboom
29. November 2016, 17:00 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Agentur für Arbeit

Erstmals seit rund zweieinhalb Jahren ist die Zahl der angebotenen Jobs wieder leicht zurückgegangen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA). Foto: Julian Stratenschulte
Ob im Handel, der Industrie oder bei Behörden - seit Jahren sorgt die starke Nachfrage nach Arbeitskräften für einen Stellenboom. Der könnte sich jetzt abschwächen. Etliche Firmen sind bei ihrer Personalplanung inzwischen zurückhaltender.

Der jahrelange Stellenboom in Deutschland hat im November einen leichten Dämpfer erhalten. Erstmals seit rund zweieinhalb Jahren ging die Zahl der angebotenen Jobs wieder leicht zurück, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) unter Berufung auf ihren Stellenindex BA-X.

Lediglich am Jahresanfang 2016 hatte es bei der Arbeitskräftenachfrage eine kleine Delle gegeben. Von einer Trendwende könne aber dennoch keine Rede sein, ist man bei der BA überzeugt.

Mit einem Wert von 222 lag der Index einen Punkt unter dem Rekordwert vom Oktober. Noch vor einem Jahr hatte der Seismograph für die Entwicklung auf dem Stellenmarkt 17 Zähler niedriger gelegen. Auch Jobvermittler in den 156 Arbeitsagenturen rechnen inzwischen nicht mehr mit der Schaffung so vieler Jobs wie bisher. Die Bundesagentur räumt ein: «Nach dem teilweise sehr dynamischen Wachstum der vergangenen Monate hat die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage etwas an Schwung verloren».

Hinsichtlich der Arbeitslosigkeit präsentiert sich der Arbeitsmarkt nach Einschätzung von Fachleuten aber weiterhin robust. Im November dürfte die Zahl der Erwerbslosen mit voraussichtlich 2,53 Millionen auf ein neues Allzeittief gesunken sein. Dies wären rund 10 000 Jobsucher weniger als im Oktober und rund 93 000 weniger als vor einem Jahr, berichten von dpa befragte Volkswirte deutscher Großbanken. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch (30. November) bekanntgeben.

Mit vorsichtigem Optimismus blicken die Ökonomen ins Jahr 2017. Bei einem von ihnen prognostizierten Wirtschaftswachstum zwischen 1,0 und 1,4 Prozent rechnen sie für das kommende Jahr zwar erstmals wieder mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit - aber nur mit einem moderaten. Die Zahl der Jobsucher werde 2017 um 30 000 bis 60 000 steigen. Lediglich Rolf Schneider von der Allianz rechnet mit 2,7 Millionen Erwerbslosen im Jahresschnitt - das wären so viele Jobsucher wie 2016.

Die Auswirkungen der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten für Wirtschaft und Arbeitsmarkt veranschlagen die Fachleute als gering. Trumps voraussichtliche Politik werde vorerst keine größeren Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland haben. Mittelfristig aber könnte die von ihm geplante Politik der wirtschaftlichen Abschottung zum Risiko für exportorientierte deutsche Unternehmen werden, prognostizierten die Volkswirte. Bisher sei aber unklar, welcher seiner im Wahlkampf gemachten Ankündigungen Trump überhaupt umsetzen werde.



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