Sie sind hier: HomeWirtschaftWirtschafts-Nachrichten

OECD fordert staatliche Konjunkturspritzen





Paris (dpa)
OECD fordert staatliche Konjunkturspritzen
28. November 2016, 16:15 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Konjunktur

Container-Terminal in Hamburg: Der OECD zufolge sollen die Länder mehr Geld für Infrastruktur, Bildung und Innovation ausgeben und dies zugleich mit Strukturreformen flankieren. Foto: Adrian Bradshaw
Seit Jahren dümpelt die Weltkonjunktur vor sich hin. Doch in den aktuellen Niedrig-Zinsen sieht die OECD eine Gelegenheit für Regierungen, dem Wachstum einen Schub zu geben.

Die OECD fordert mehr staatliche Konjunkturspritzen, um die Weltwirtschaft anzukurbeln. Mit den aktuellen niedrigen Zinssätzen habe die Politik die Gelegenheit dazu, sagte der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría.

Die Länder sollten mehr Geld für Infrastruktur, Bildung und Innovation ausgeben und dies zugleich mit Strukturreformen flankieren.

Dies könne dazu beitragen, aus der «Falle des niedrigen Wachstums» zu entkommen, sagte Gurría bei der Vorstellung der neuen OECD-Wirtschaftsprognosen. Die Experten haben nach fünf Jahren enttäuschender Ergebnisse nun Hoffnung auf eine etwas bessere Weltkonjunktur. Nach einem Plus von 2,9 Prozent in diesem Jahr rechnen sie für 2017 mit einem Wachstum um 3,3 Prozent. 2018 soll die Weltwirtschaft dann um 3,6 Prozent zulegen.

Die von vielen Zentralbanken verfolgten Politik des billigen Geldes schafft nach Darstellung von OECD-Chefökonomin Catherine Mann die Voraussetzungen, um mit höheren Staatsausgaben die Nachfrage anzukurbeln. «Im Durchschnitt könnten OECD-Volkswirtschaften für drei bis vier Jahre schuldenfinanzierte Fiskalmaßnahmen einsetzen, ohne die Schuldenquote im Verhältnis zur Wirtschaftskraft langfristig zu verändern», schrieb sie.

Entscheidend sei, die richtigen Anreize zu setzen, um neben mehr Wachstum auch für weniger Ungleichheit zu sorgen. Dies sei aber kein «Blankoscheck» für Regierungen, warnte Gurría.

Gerade Deutschland könnte nach Ansicht der OECD mehr für die Binnennachfrage tun. «Die Haushaltspolitik muss noch mehr Unterstützung geben, um die schwächelnde Nachfrage im Euroraum zu kontern», heißt es in der Analyse. «Deutschland muss aufpassen», sagte der Direktor für wirtschaftspolitische Studien, Christian Kastrop. Er forderte zudem erneut Strukturreformen, um «Regulierungshemmnisse» etwa im Handwerk und im Telekom-Sektor zu beseitigen.

Die OECD rechnet für Deutschland in diesem und in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 1,7 Prozent Wachstum. Gegenüber der letzten OECD-Prognose hat sich die Einschätzung der Experten damit nur geringfügig verschoben - damals wurde für dieses Jahr mit 1,8 und für 2017 mit 1,5 Prozent Plus gerechnet.



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




VDA
Berlin

Auslandsgeschäft treibt deutsche Autobauer an

Der Abgas-Skandal hat die deutschen Autobauer insgesamt nicht ausgebremst. Das zeigen die Zahlen fürs fast abgeschlossene Jahr. Dicke Geschäfte machen die Konzerne vor allem im Ausland.Mehr
Diesel
Berlin

Diesel-Verbrauch steigt trotz Abgasskandals

Der Anteil von Diesel-Pkw an den Neuzulassungen sinkt, offenkundig als Folge des VW-Abgasskandals. Das bedeutet aber nicht, dass auch der Dieseldurst in Deutschland sinkt.Mehr
Continental in China
Peking

China-Geschäft läuft schlecht

Viele deutsche Unternehmen in China fühlen sich weniger willkommen. Die Probleme nehmen zu, die Gewinne gehen zurück. Da zögert die Wirtschaft mit neuen Investitionen. Gibt es Aussicht auf Besserung?Mehr


Anzeige



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige