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Lufthansa zieht Beschwerde zurück - Streiks gehen weiter





Frankfurt/München (dpa)
Lufthansa zieht Beschwerde zurück - Streiks gehen weiter
28. November 2016, 22:55 Uhr
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Lufthansa-Maschinen am Flughafen von Frankfurt am Main. Im Tarifstreit sind sich die Vereinigung Cockpit und Lufthansa bislang keinen Schritt näher gekommen. Foto: Arne Dedert
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Eine Fluginformationsanzeige am Flughafen Leipzig-Halle. Eine Lösung im Pilotenstreik ist nicht in Sicht. Foto: Sebastian Willnow
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Auch heute bleiben zahlreiche Maschinen der Lufthansa wegen des Pilotenstreiks am Boden. Foto: Stefan Puchner
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Annulliert - zum 14. Mal in dieser Tarifrunde der Lufthansa und ihrer Piloten: Anzeige im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. Foto: Arne Dedert
Die Lufthansa-Piloten können am Dienstag und Mittwoch wie geplant streiken. Die Fluggesellschaft gab am späten Montagabend in einem Rechtsstreit vor dem Landesarbeitsgericht München überraschend nach. Auf Reisende kommen nun abermals Hunderte Flugausfälle zu.

Der für Dienstag und Mittwoch geplante Streik der Lufthansa-Piloten kann endgültig stattfinden. Die Lufthansa zog am Montagabend eine Beschwerde gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Arbeitsgerichts München zurück.

Dieses hatte zuvor den Antrag der Fluggesellschaft auf Untersagung des Ausstands abgewiesen. Eine Lufthansa-Sprecherin sprach von «juristischen Gründen» für den Schritt, die man nicht kommentieren wolle.

«Die Lufthansa AG hat das Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts nach knapp eineinhalb Stunden Verhandlung zurückgenommen», teilte das Landesarbeitsgericht München mit. Damit sei die Entscheidung des Arbeitsgerichts rechtskräftig.

Die Fluggesellschaft hatte zuvor am Mittag einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht München eingereicht, um die Pilotenstreiks noch kurzfristig zu stoppen. Sie hatte erklärt, sie halte Teile der Lohnforderung der Piloten für rechtswidrig. Das Arbeitsgericht hatte die Beschwerde jedoch abgewiesen. Daraufhin hatte Lufthansa die nächste Instanz angerufen.

Konkret habe Lufthansa dabei kritisiert, die Forderung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), ab dem 13. Beschäftigungsjahr höhere Gehaltssteigerungen für die Piloten zu verlangen, verstoße gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgebot, führte das Landesarbeitsgericht München aus. Der Vergütungsanstieg - so die Argumentation der Lufthansa - sei nicht durch einen entsprechenden Zuwachs an Berufserfahrung gerechtfertigt. Jüngere Piloten würden diskriminiert. Vielmehr sollten weggefallene Chancen auf eine Beförderung durch eine Gehaltserhöhung kompensiert werden.

Die Pilotengewerkschaft hat laut dem Gericht aber ausgeführt, dass durch die geforderte Gehaltssteigerung auch die mit der Berufserfahrung steigende Qualifikation vergütet werden soll.

Mit dem Rückzug erleidet Lufthansa bereits die zweite juristische Niederlage. Schon vergangene Woche hatte die Lufthansa versucht, die Pilotenstreiks gerichtlich aufzuhalten. Sie scheiterte aber vor zwei Arbeitsgerichten in Frankfurt.

Damit gehen die Streiks weiter. Am Dienstag sollen 816 Flüge auf der Kurzstrecke mit 82 000 Passagieren ausfallen, hatte Lufthansa mitgeteilt. Betroffen seien Flüge, die von Deutschland aus starten. Am Mittwoch würden 890 Verbindungen gestrichen. Dann seien 98 000 Passagiere betroffen. Dann streike VC auch auf der Langstrecke. Flüge der Töchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti würden erneut nicht bestreikt.

In dem Tarifkonflikt streikt VC für höhere Gehälter. Verhandlungen mit Lufthansa waren am Wochenende ergebnislos verlaufen.



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