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Opec-Staaten einigen sich auf Drosselung der Ölförderung





Wien
Opec-Staaten einigen sich auf Drosselung der Ölförderung
Von   Agentur, 
01. Dezember 2016, 02:00 Uhr

Die Opec drosselt erstmals seit acht Jahren ihre Ölförderung, um den Preis des Rohstoffs in die Höhe zu treiben. Die Organisation beschloss gestern in Wien, eine im Grundsatz bereits getroffene Einigung über geringere Fördermengen nun umzusetzen. Das Ölkartell will in den nächsten sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger Öl fördern. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada, sprach von einem „großen Erfolg“. Eine erste Reaktion der Märkte war eindeutig: Der Ölpreis legte um fast neun Prozent zu. Den größten Teil der Reduzierung soll Saudi-Arabien tragen, das seine Produktion um 486 000 Barrel pro Tag senkt. Die Vereinbarung kann nach sechs Monaten um den gleichen Zeitraum wieder verlängert werden. Russland als bedeutendes Ölland außerhalb der Opec will demnach seine Förderung ebenfalls senken, und zwar um 300 000 Barrel pro Tag. Auch andere wichtige Nicht-Opec-Länder würden auf weitere 300 000 Barrel am Tag verzichten, hieß es. Der Iran stemmte sich gegen eine Drosselung und darf sogar 90 000 Barrel mehr fördern.

Meinung:

Zu schwach für ein Preisdiktat

Von SZ-Redakteur Volker Meyer zu Tittingdorf

Wenn die Opec-Staaten sich einigen, können sie immer noch die Märkte bewegen. Der Rohölpreis zog gestern nach dem Beschluss zur Förderkürzung kräftig an. Doch die Macht des Kartells ist längst nicht mehr so groß wie in den 70er-Jahren. So brauchten die Mitglieder jetzt Zusagen von Nicht-Opec-Staaten wie Russland, um Wirkung zu erzielen. Für ein Preisdiktat reicht es aber nicht. Die Schwäche der Opec hängt mir ihrer Zerstrittenheit zusammen. Und die dürfte trotz des der gestern demonstrierten Einigkeit anhalten. Dafür stehen die Erzfeinde Saudi-Arabien und Iran. Es ist also längst nicht ausgemacht, dass die Rohöl-Preise im nächsten Jahr dauerhaft auf einem höheren Niveau bleiben. Die Verbraucher müssen zwar kurzfristig mit steigenden Preisen für Sprit und Heizöl rechnen. Sobald aber nur ein wichtiges Förderland im kommenden Jahr ausschert oder Russland doch nicht bei der Drosselung mitzieht, ist der gestrige Beschluss hinfällig – und der Ölpreis fällt wieder.



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