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Sparkassenverband Saar wird heute 75 Jahre alt – Turbulenzen von Anbeginn





Saarbrücken
Die in Währungswechseln Erprobten
Sparkassenverband Saar wird heute 75 Jahre alt – Turbulenzen von Anbeginn

01. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Am 6. Juli 1959 kam die D-Mark ins Saarland. Skeptisch wurde das neue Geld begutachtet. Es war die dritte Währung seit der Geburtsstunde des Sparkassenverbands Saar. Foto: dpa

Foto: dpa
Der Sparkassenverband Saar kann heute seinen 75. Geburtstag feiern. Nach dem Westfeldzug der Wehrmacht Ende 1941 gegründet, haben der Verband und die Sparkassen eine wechselvolle Geschichte erlebt.

Das Jahr 1941 neigte sich seinem Ende entgegen. Das Dritte Reich hatte Europa mit einem mörderischen Krieg überzogen, der von Saarbrücken aus betrachtet nach dem militärischen Sieg über Frankreich 1940 zunächst weit weg war. Im Westen waren die Nazis dabei, Lothringen, das Saarland und die Pfalz zum Gau Westmark zusammenzuschließen. Dazu gehörte auch eine Neuordnung des Sparkassenwesens in dieser Region.

Am 1. Dezember 1941 wurde nicht nur die Landesbank und Girozentrale (heute Saar-LB) für den Gau Westmark gegründet (wir berichteten). Auch ein neuer Sparkassen- und Giroverband wurde an diesem Tag – also vor heute 75 Jahren – aus der Taufe gehoben. Er umfasste von Metz bis kurz vor Mannheim die stolze Zahl von 49 Kreditinstituten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war dieses Gebilde Geschichte. Doch die turbulenten Jahre waren noch nicht vorbei. Als das damalige Saargebiet 1947 in den französischen Wirtschaftsraum eingegliedert wurde, sah sich der auf 13 Mitglieder geschrumpfte Verband vor neue Aufgaben gestellt. Denn ein Sparkassenwesen, wie es seinerzeit in Deutschland schon seit mehr als 100 Jahren bestand, existierte in Frankreich nicht.

1957 gab es mit der Rückgliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik erneut eine Zäsur für den Verband und seine Mitglieder. Jetzt mussten sie die Unternehmen dabei unterstützen, den Schwenk vom französischen in den deutschen Markt zu schaffen. Denn „im Reich“ wartete niemand auf die Konkurrenz von der Saar. Als am 6. Juli 1959, am „Tag X“, die D-Mark den Franken als Währung ablöste, war die letzte Schutzhülle gefallen.

Doch nicht nur die Firmen, auch die Sparkassen selbst wurden von Sorgen geplagt. Die beiden Währungsumstellungen in der Nachkriegszeit hatten zur Folge, dass das Eigenkapital der Institute weitgehend aufgerieben war. Obwohl sie ihre Gewährträger, die Städte und Landkreise, immer wieder mit der Forderung nervten, Geld nachzuschießen, stießen sie dort auf taube Ohren. Sie mussten aus eigener Kraft wieder finanziellen Speck ansetzen.

Auf den Verband kam weiterer Beratungsbedarf zu. Allein mit bankfachlichen Schulungen war es jedoch nicht getan. Er musste den Sparkassen auch Tipps geben, was sie „gegen die sich im Bundesgebiet häufenden Banküberfälle“ tun können, wie es 1957 im Geschäftsbericht heißt. Offenbar witterten die westdeutschen Panzerknacker an der Saar fette Beute. Gut 20 Jahre später (1978) wurden im Kundenbereich die ersten Kameras installiert.

Heute verfügen die derzeit noch sieben Institute, die im Sparkassenverband Saar zusammengeschlossen sind, über ein Bilanzvolumen von mehr als 17 Milliarden Euro. Sie beschäftigen knapp 3700 Mitarbeiter und bedienen ihre Kunden in mehr als 210 Geschäftsstellen. Seit über 30 Jahren gibt es zudem die Sparkassen-Finanzgruppe mit der Saar-LB, der Bausparkasse LBS und den Saarland Versicherungen als Partner.

 


DSGV-Chef Fahrenschon: Keine Negativzinsen für normale Sparer



Die Privatkunden der Sparkassen werden auch in Zukunft keine Negativzinsen für ihre Spareinlagen bezahlen müssen. Das versprach der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, anlässlich seines Besuchs zum 75. Geburtstag des Sparkassenverbands Saar in Saarbrücken.

Allerdings müssten sich die Firmenkunden, die größere Geldsummen bei den Sparkassen deponieren, vermehrt auf Verwaltungsgebühren einstellen. Weil die Institute für das Geld, das sie bei der Europäischen Zentralbank deponieren, bereits 0,4 Prozent an Zinsen zahlen müssen, „führt daran kein Weg vorbei“, sagte Fahrenschon. Der DSGV-Präsident kritisierte erneut den regulatorischen Aufwand für die Sparkassen, „die mit großen, international agierenden Banken auf eine Stufe gestellt werden“.



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