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Aus dem Kart in die Werkstatt





Lebach
Aus dem Kart in die Werkstatt
Daniel Konrad,  22. April 2017, 02:00 Uhr
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Kfz-Mechatronikerin Carmelina Simon will auch den Meister in ihrem Beruf machen. Foto: Rolf Ruppenthal

Foto: Rolf Ruppenthal
Carmelina Simon geht in ihrem Beruf als Kfz-Mechatronikerin auf. Die Familie unterstützte sie.

Der Geruch von Öl und Gummi liegt in der Luft. In der warmen Werkstatt heult der Motor eines Autos auf. Zwischen den sechs Fahrzeugen steht eine zierliche Person in Blaumann und blau-schwarzer Jacke und macht sich am Vorderrad eines Hyundais zu schaffen. Ihr Kopf mit dem langen dunkelblonden Pferdeschwanz ist teilweise hinter der Radaufhängung verschwunden. In diesem Moment ist Carmelina Simon voll in ihrem Element.

Die 20-jährige Kfz-Mechatronikerin ist neben der Praktikantin die einzige Frau in der Werkstatt des Autohauses Alt in Lebach und wirkt im ersten Moment schüchtern und introvertiert. Doch sobald es um Autos geht, gerät sie ins Schwärmen. „Autos sind meine große Leidenschaft“, erzählt sie. Schon als kleines Kind kam sie ständig mit Autos, Karts und Motoren in Kontakt. Vater Alexander, eigentlich gelernter Schreiner, arbeitete nebenberuflich als Karosserie-Bauer und fuhr Kart-Rennen. Die kleine Carmelina war mit dabei. „Ich weiß gar nicht mehr, wann das war. Aber eines Tages durfte ich selbst fahren“, sagt Simon mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie fuhr schließlich in ganz Deutschland Kart-Rennen und blieb auch bei der Berufswahl ihrer Leidenschaft treu.

Mit 16 Jahren startete sie ihre Ausbildung zur Mechatronikerin, in diesem Sommer will sie ihren Meister beginnen. Und das, obwohl die Branche für Frauen noch immer untypisch ist. „An der ein oder anderen Stelle haben mir ein paar Leute schon geraten, etwas Anderes zu machen“, erklärt sie und ergänzt: „Ich glaube, die Einteilung in Männer- und Frauenberufen existiert heute noch, wird sich aber mit der Zeit wandeln.“

Trotz regelmäßiger Sticheleien in der Ausbildung und im Job fühlt sich Carmelina Simon im Männergewerbe wohl. „Es gab in meiner Laufbahn schon ein paar Macho-Sprüche der Männer. Zum Beispiel, ob ich nicht lieber Zahnärztin werden möchte. Aber das geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus“, sagt sie, gibt aber zu, dass es Zeit braucht, um mit solchen Sprüchen umgehen zu können. Für sie war dabei ihre Familie wichtig. „Mein direktes Umfeld hat mich auf meinem Weg immer unterstützt und mir Mut gemacht.“

Sie ist ihren Weg gegangen und empfiehlt auch anderen Mädchen, sich zu verwirklichen. „Es soll jeder das machen, was er selbst möchte“, sagt sie entschlossen, rät aber: „Sammelt Erfahrungen über Praktika und Ferienjobs, bevor ihr euch in eine Ausbildung stürzt.“ Eine Möglichkeit besteht dazu am kommenden Donnerstag. Dann findet bundesweit wieder der Girls Day statt (siehe Infobox). Simon selbst hat nie daran teilgenommen. Doch durch ihr Hobby Rennfahren wusste sie auch so genau, was sie wollte. Allerdings stößt ihr ein anderes Thema bitter auf: „Es wird Zeit, dass Frauen für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn wie Männer bekommen.“

Ihr gefällt die Arbeit in der Werkstatt und sie kann sich vorstellen, ihr Leben lang als Mechatronikerin zu arbeiten. Doch der Traumberuf ist für sie dann doch ein anderer: „Es wäre richtig cool, Testfahrerin für einen großen Automobilhersteller zu sein.“ Sollte der Traum irgendwann in Erfüllung gehen, würde sie eines auf jeden Fall begleiten: Der Geruch von Öl und Gummi.

Zum Thema:

Nächsten Donnerstag ist Girls Day Der Girls Day findet am Donnerstag, 27. April, bundesweit statt. An diesem Tag können Mädchen ab der 5. Klasse Jobs und Studiengänge kennenlernen, die bisher eher durch Männer besetzt waren. Dazu öffnen Betriebe und Hochschulen speziell in den Sparten IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik ihre Pforten und ermöglichen den Mädchen Einblicke in das Berufsleben. Seit dem Start im Jahr 2001 haben 1,7 Millionen Menschen teilgenommen. Auf www.girls-day.de gibt es weitere Infos und die Angebote der Unternehmen in der Umgebung.




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