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Sozialabgabe für Künstler spaltet Gemüter





Sozialabgabe für Künstler spaltet Gemüter
Von SZ-Redaktionsmitglied Sophia Schülke,  18. August 2010, 00:13 Uhr
Saarbrücken. Wenn Unternehmen Künstler engagieren, die als Selbstständige tätig sind, müssen sie 3,9 Prozent der gezahlten Entgelte als "Künstlersozialabgabe" abführen. Aber viele Firmen wissen offenbar nach wie vor nichts von der Beitragspflicht und sind überrascht, wenn die Künstlersozialkasse (KSK) Abgaben fordert
Saarbrücken. Wenn Unternehmen Künstler engagieren, die als Selbstständige tätig sind, müssen sie 3,9 Prozent der gezahlten Entgelte als "Künstlersozialabgabe" abführen. Aber viele Firmen wissen offenbar nach wie vor nichts von der Beitragspflicht und sind überrascht, wenn die Künstlersozialkasse (KSK) Abgaben fordert. Der Kreis der Kunstverwerter - im vergangenen Jahr hat die KSK 114 000 erfasst - ist groß und betrifft nicht nur Verlage, Theater oder Galerien, sondern eben auch Unternehmen: sei es der Großkonzern, der PR-Berater beauftragt, sei es der örtliche Bäcker, der seine Brötchentüte von Grafikern gestalten lässt.

"Das Problem dabei ist, dass oft gar nicht verstanden wird, was 'Kunst' im Sinne der KSK ist. Das ist nämlich schon jede Werbegrafik und PR-Beratung", erklärt Andri Jürgensen, Kölner Rechtsanwalt und KSK-Spezialist. Seine Klienten müssen jährlich Abgaben bis in den sechsstelligen Bereich leisten. "Die Abgabepflicht kommt für die meisten überraschend. Oft muss für fünf Jahre nachgezahlt werden." Laut Jürgensen sind die Unternehmen in der Vergangenheit nicht ausreichend über die Beitragspflicht informiert worden. "Steuerberater und Anwälte, viele Verbände und die IHK haben das Thema 25 Jahre verschlafen." Die KSK versucht nach eigenen Angaben, die Informationsarbeit zu verbessern und verteidigt sich gegen Kritik aus der Wirtschaft: "Wir haben das in unseren Möglichkeiten stehende gemacht. Manche haben Nichtwissen auch als Schutzbehauptung vorgetragen", sagt Gerhard Suhrenbrock, der stellvertretende Leiter der KSK in Wilhelmshaven.

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