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Netzwerk treibt Entwicklung neuer Medikamente voran



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Saarbrücken
Nano-Bio-Net holt Millionen ins Saarland
Netzwerk treibt Entwicklung neuer Medikamente voran

12. Januar 2016, 02:00 Uhr
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Ralph Nonninger, Geschäftsführer des Netzwerks Nano-Bio-Net. Foto: Iris Maurer Foto: Iris Maurer
Das Netzwerk Nano-Bio-Net kann sein Kern-Projekt Nano-Pharm weiter unterstützen. Die genaue Fördersumme steht zwar noch nicht fest, Geschäftsführer Ralph Nonninger rechnet aber mit einem zweistelligen Millionenbetrag.
 
In die saarländische Szene rund um die Nanotechnologie ist Bewegung gekommen. Vor allem gelingt es dem Netzwerk Nano-Bio-Net mit Sitz in Saarbrücken, immer mehr Fördergelder ins Land zu holen, um Forschung und Produktentwicklung voranzutreiben. Das zentrale Projekt ist Nano-Pharm, das seit 1. Juli 2014 am Start ist und zahlreiche Forschungsprojekte angeschoben hat. 29 Partner aus sieben Bundesländern sind inzwischen an Bord (siehe Hintergrund). Vermittelt wird das Geld über Nano-Bio-Net.

„Entscheidend ist, dass wir seit 2014 Geld aus dem größten Fördertopf bekommen, den es in Deutschland gibt, um Forschungsvorhaben des Mittelstands zu finanzieren“, sagt Nano-Bio-Net-Geschäftsführer Ralph Nonninger. Der Fördertopf heißt ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) und ist beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt. 550 Millionen Euro stehen pro Jahr bereit.

Das ZIM-Projekt Nano-Pharm ist in zwei Phasen unterteilt. Die erste Phase endete Mitte 2015. Inzwischen ist Phase zwei angelaufen. Mitte Dezember gab es dafür aus Berlin grünes Licht, „so dass Nano-Bio-Net weitere Fördergelder vermitteln kann“, erläutert Nonninger. In Phase eins flossen mehr als eine Million Euro in die Forschungsvorhaben von Nano-Pharm. Dadurch konnten drei Projekte mit insgesamt acht Netzwerk-Partnern verwirklicht werden. Für Phase zwei ist die Förderhöhe noch offen, aber Nonninger rechnet mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Dafür werden derzeit zwölf Forschungsprojekte vorbereitet, in die 25 der 29 Netzwerk-Partner involviert sind.

„Das Besondere an Nano-Pharm ist, dass wir eine Schnittstelle zwischen der klassischen Nanotechnologie und der Pharmazie geschaffen haben.“ Im Nano-Bereich beschäftigen sich die Wissenschaftler mit Partikeln, die kleiner sind als ein millionstel Millimeter. In Verbindung mit der Pharmazie sind die Forscher in der Lage, „neue Medikamente und Kosmetika zu entwickeln, die wirksamer und sicherer sind als die bisher bekannten“.

Ein konkretes Projekt, das unter Nano-Bact firmiert, ist ein Kaugummi, der dabei helfen soll, der Zahnkrankheit Parodontitis vorzubeugen. Um die Krankheit zu behandeln, wird außerdem ein Vlies entwickelt, das Entzündungen eindämmen soll. Der Wirkstoff ist in dieses Vlies eingebunden und wird nach dem Einsetzen kontinuierlich an das entzündete Zahnfleisch abgegeben. „Er kann so seine Wirkung voll entfalten und wird vom Körper vollständig aufgenommen“, erläutert Nonninger. In der Entwicklung ist ferner ein Anti-Asthma-Spray (Nano-Ok), das frei von Konservierungsstoffen ist. Hinter Nano-Aphte verbirgt sich eine neue Bio-Substanz. Diese verhindert, dass bei einer Chemotherapie gegen Krebs die Mundschleimhäute angegriffen werden.

Schnell zur Marktreife

Nano-Nature erforscht eine Beschichtung für Titan-Implantate – beispielsweise für künstliche Hüften –, damit diese nicht vom Körper abgestoßen werden. Im Projekt Nano-Eco sind Wissenschaftler der Substanz Ectoin auf der Spur, das Konservierungsstoffe in Kosmetika überflüssig machen soll. Diese Konservierungsmittel, wie zum Beispiel Parabene, stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. „Wir gehen davon aus, dass daraus rasch marktreife Produkte entstehen“, sagt Nonninger. Darauf sei auch die Förderung ausgelegt.

Zum Thema:

HintergrundDas im Saarland beheimatete ZIM-Netzwerk Nano-Pharm hat inzwischen 29 Partner. Die Teilnehmer kommen aus sieben Bundesländern. Zum Netzwerk gehören unter anderem neun Forschungseinrichtungen. Dazu zählen zwei Fraunhofer- und zwei Leibniz-Institute, eine Uniklinik, ein Helmholtz-Institut sowie drei Hochschulen. Hinzu kommen Unternehmen wie beispielsweise Nanogate (Göttelborn) und Nano-X (Saarbrücken) aus dem Nano-Bereich sowie Pharmacelsus (Saarbrücken) oder Phast (Homburg), die im pharmazeutischen Umfeld tätig sind. Mit dabei ist auch der Pharmakonzern Merck (Darmstadt). „In der Summe sind wir ein großes Pharmaunternehmen“, sagt Nano-Bio-Net-Chef Ralph Nonninger. Dieses Netzwerk vermittelt Fördergelder für Nano-Pharm. low
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