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Saarbrücker DFKI-Ausgründung hat sich in acht Jahren zu einem 40-Mitarbeiter-Unternehmen entwickelt





Saarbrücken
Saarbrücker Firma Semvox lehrt Maschinen sprechen
Saarbrücker DFKI-Ausgründung hat sich in acht Jahren zu einem 40-Mitarbeiter-Unternehmen entwickelt

19. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Die Gründer und Geschäftsführer der Saarbrücker Sprach-Software-Firma Semvox: Alexander Pfalzgraf, Jochen Steigner, Vorstandschef Norbert Pfleger und Jan Schehl (von links). Foto: Oliver Dietze Foto: Oliver Dietze
Vor acht Jahren ist Semvox im Starterzentrum der Saar-Uni an den Markt gegangen. Der Spezialist für Sprach-Software hat sich seitdem zu einem gefragten Partner großer Industrie-Unternehmen entwickelt.
„Buche bitte einen Flug morgen nach Berlin.“ „Der Flug um 6.30 Uhr ist ausgebucht, aber um 10.40 ist noch etwas frei.“ Dieser Dialog, nicht zwischen Chef und Sekretärin, sondern zwischen Fahrer und Auto ist für die Saarbrücker Firma Semvox keine Zukunftsmusik: „Im Auto wird die Spracherkennung einen immer größeren Raum einnehmen“, sagt Norbert Pfleger, Chef des Saarbrücker IT-Spezialisten. Aktuell entwickelt Semvox für einen großen deutschen Autohersteller die entsprechende Software.

Semvox ist eine saarländische Erfolgsgeschichte. Vor acht Jahren ist das Unternehmen als Ausgründung aus dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) an den Start gegangen. Damals wie heute liegt der Schwerpunkt in den intelligenten Mensch-Maschine-Schnittstellen – also der Möglichkeit, möglichst unkompliziert mit den Geräten zu kommunizieren. „Letztlich geht es darum, die Komplexität der Technik für den Nutzer in den Hintergrund zu stellen.“

Die vier Semvox-Gründer, allesamt Informatiker und Computer-Linguisten, mussten in der Selbstständigkeit erst einmal lernen, dass der Erfolg nicht von alleine kommt. „Mit nur einem Kunden und einem unfertigen Produkt ist der Vertrieb nicht so einfach“, sagt Jochen Steigner. „Damals mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten.“

Nach ersten Gehversuchen – unter anderem mit einer Einkauf-App, bei der man dem Handy den Einkaufszettel diktiert – hat sich das Geschäftsfeld jetzt klar definiert. Semvox bietet Industrie-Unternehmen eine Dialog-Plattform, die die Firmen dann individuell an ihre Bedürfnisse anpassen können. Das Sprachprogramm ist dabei hoch flexibel: „Für Kliniken haben wir eine Anwendung entwickelt, mit der in Operationen mit Sprachbefehlen die Anzeige von Röntgenbildern gesteuert werden kann“, sagt Pfleger.

Ziel künftiger Entwicklungen müsse sein, die Spracherkennung immer intelligenter zu machen, sagt Pfleger. Dazu gehört auch die Verknüpfung mit Zusatzinformationen wie dem persönlichen Kalender, Kontakten, aber auch intelligenten Prognosesystemen: „Die Software lernt dann, wie der Nutzer in bestimmten Situationen individuell reagiert und passt sich an“, sagt er. Beim Beispiel der Flugbuchung würde die Software die anstehenden Termine mit dem Flugplan abgleichen, um den idealen Flug zu finden. Und auch das Ärgernis der Meldung „Ich habe Ihre Frage nicht verstanden“ wollen die Saarbrücker IT-Spezialisten ausräumen. Bei unbekannten Anfragen soll das Programm über eine Update-Funktion automatisch nach Lösungen für das neue Problem suchen und sich dann selbst aktualisieren.

Semvox hat sich rasant entwickelt. Zweimal ist das Unternehmen bereits in größere Räumlichkeiten umgezogen. Inzwischen beschäftigt die Firma 42 Mitarbeiter und erzielt einen Millionenumsatz. Die Gewinne sind allerdings noch überschaubar. „Wir sind immer noch in der Investitionsphase“, sagt Pfleger. Es habe sich gezeigt, dass Semvox die Entwicklungen vorfinanzieren muss, dann aber von den Lizenzgebühren profitiert. Und die Spracherkennung sei ein absoluter Zukunftsmarkt: Ob autonomes Fahren, Steuerung des intelligenten Hauses aber auch einfach die Spracherkennung am Kundenterminal – für Semvox gibt es viele Möglichkeiten, das Geschäft auszubauen.

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