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Eine IT-Innovationsbörse lehrt, wie Software-Entwickler an Investoren-Kapital kommen können





Saarbrücken
Eine IT-Innovationsbörse lehrt, wie Software-Entwickler an Investoren-Kapital kommen können
24. November 2014, 00:00 Uhr
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Alexander Lemken aus Kaiserslautern konnte die Spielgeld-Investoren überzeugen. Foto: Becker&Bredel Foto: Becker&Bredel
Software-Entwickler auf Investorensuche. Auf einer Innovationsbörse, die erstmals in Saarbrücken stattfand, lernten IT-Unternehmer spielend, wie sie sich echten Geldgebern überzeugend präsentieren sollen.


 
Es war ein Spiel, hatte aber einen ernsten Hintergrund. Wie können Unternehmen aus der IT-Szene, die zudem noch von mittellosen, aber ideenreichen Studenten gegründet werden, an Investoren und deren Geld kommen? Bei einer Innovationsbörse, die erstmals in Saarbrücken stattfand, hatten junge Firmengründer, aber auch gestandene und wachstumsstarke Unternehmen die Möglichkeit, sich vor „Investoren“ zu präsentieren.

Veranstalter war das Software-Cluster, ein Verbund von Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnologie (IT), die rund um die Zentren der Software-Entwicklung Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken und Walldorf angesiedelt sind. Die dort ansässigen IT-Firmen wie der Branchenprimus SAP erwirtschaften dem Cluster zufolge einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro und beschäftigen etwa 100 000 Mitarbeiter.

Die Regeln der Innovationsbörse sind einfach. Es treffen sich Cluster-Mitglieder, von denen jeder 1,6 Millionen Euro Spielgeld erhält. Vertreter von acht Unternehmen aus der Region hatten in Saarbrücken die Möglichkeit, sich und ihr Produkt jeweils 400 Sekunden lang zu präsentieren. Danach mussten sie sich kritischen Fragen stellen. Die Teilnehmer belohnten Präsentation und Produkt-Idee mit ihrem Spielgeld – oder auch nicht.

Die meisten Euros konnte diesmal Alexander Lemken einstreichen. Er will mit einem Kommilitonen die Firma ioxp aus dem Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern heraus gründen. Ihr Produkt sind digitale Handbücher, deren Inhalte in eine Datenbrille eingespielt werden. Wenn jemand ein bestimmtes Werkstück bearbeitet, sieht er in der Brille den nächsten Arbeitsschritt und bekommt angezeigt, welches Werkzeug er dazu benötigt. Mach er seine Sache richtig, erscheint seine Hand in der Brille grün. Sobald ein Fehler droht, wird sie rot. „Dadurch können Montage-Anleitungen von den Benutzern schnell verinnerlicht werden. Die Zahl der Fehler sinkt“, pries Lemken die Produktidee an.

Bei den bereits bestehenden, aber wachstumsstarken Firmen hatte das Saarbrücker IT-Haus Ergosign die Nase vorn. Das Unternehmen war im Jahr 2000 aus der Universität des Saarlandes heraus gegründet worden und beschäftigt heute am Hauptsitz Saarbrücken und an anderen Standorten rund 80 Mitarbeiter. „Unsere Mission ist es, die Benutzeroberflächen von Computern so zu gestalten, dass der Rechner einfach und klar zu bedienen ist“, erläuterte Professor Dieter Wallach, einer der Gründungsväter. „Wir schreiben Software, die an den Menschen angepasst ist.“

Das Anwerben von Investorengeldern „ist genauso wichtig wie Entwicklung von Produkten“, ist DFKI-Sprecher Reinhard Karger überzeugt. „Das Innovationsforum ist eine gute Gelegenheit, Schwächen zu entdecken und sie zu beseitigen.“

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