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Gewerkschaft: Aus für 90 Arbeitsplätze bei St. Ingberter Armaturenbauer





St Ingbert
Firma Th. Jansen schließt Produktion
Gewerkschaft: Aus für 90 Arbeitsplätze bei St. Ingberter Armaturenbauer

15. Januar 2016, 02:00 Uhr
Der traditionsreiche Armaturenbauer Th. Jansen aus St. Ingbert stellt die Produktion ein. Das teilte die Gewerkschaft IG Metall mit. Sie beruft sich dabei auf eine Mitarbeiter-Information.


 
Der St. Ingberter Armaturenbauer Th. Jansen hat angekündigt, die Produktion zu schließen. Das teilte die Gewerkschaft IG Metall gestern mit. Die Beschäftigten seien Anfang der Woche in einer Mitarbeiterinformation von diesen Plänen unterrichtet worden. Von Seiten des Unternehmens war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Die Firma gehört seit 2011 zu dem britischen Konzern IMI mit Sitz in Birmingham. Von der Schließung sind der Gewerkschaft zufolge 90 Mitarbeiter betroffen. Das Unternehmen plane, lediglich 15 Mitarbeiter aus Konstruktion und Vertrieb am Standort Rohrbach weiter zu beschäftigen.

Hintergrund für die Entscheidung sei vor allem die Krise in der Eisen-, Stahl- und Rohstofferzeugung sowie der hohe Bedarf an Investitionen am Standort. „Die Mitarbeiter, die zum Teil seit mehr als 30 Jahren in Rohrbach beschäftigt sind, reagierten geschockt, zumal das Unternehmen bislang keine Verluste schreibt und eine Schließung der Produktion nicht abzusehen war“, heißt es in der Mitteilung der IG Metall. Die Gewerkschaft sei bereit, über alternative Konzepte für die Weiterführung der Produktion zu sprechen.

Th. Jansen ist ein Traditionsunternehmen, das 1903 als Firma Keuth & Zenner in Saarbrücken gegründet wurde. Zu Spitzenzeiten Anfang der 1950er Jahre beschäftigte es rund 470 Mitarbeiter. Der berühmteste Lehrling war der langjährige VW-Personalvorstand Peter Hartz, der bei Th. Jansen eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolvierte. Das Unternehmen liefert Armaturen für die Industriebereiche Eisen und Stahl, Kraftwerks- und Wasserwirtschaft sowie für die chemische Industrie. IMI ist ein Konzern mit 12 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 2,25 Milliarden Euro.

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