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Einbrüche in Russland und Ukraine lassen sich durch Wachstum in anderen Märkten ausgleichen





Homburg
Theiss erwartet stabiles Jahr 2015
Einbrüche in Russland und Ukraine lassen sich durch Wachstum in anderen Märkten ausgleichen

05. November 2015, 00:00 Uhr
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Produktion bei Theiss in Homburg. Das Unternehmen setzt jetzt auf Wachstum mit Schmerz-Medizin-Produkten. Foto: Theiss Naturwaren Foto: Theiss Naturwaren
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Giuseppe Nardi
Theiss Naturwaren muss in Russland und der Ukraine einen deutlichen Umsatzrückgang verkraften. Trotzdem ist Geschäftsführer Giuseppe Nardi für 2015 optimistisch.


 
Osteuropa und vor allem Russland und die Ukraine sind für das Homburger Unternehmen Theiss Naturwaren wichtige Märkte. Gut ein Drittel des Gesamtumsatzes machten allein diese beiden Märkte im Jahr 2013 aus. Insofern tut die aktuelle Krise um die Ukraine dem Homburger Unternehmen durchaus weh. In Russland macht Theiss vor allem der schwache Rubel zu schaffen. Einerseits sinken dadurch die Erträge in Euro, andererseits kann der Konzern auch nicht zu sehr durch Preisanhebungen gegensteuern, sonst würde er längerfristig Marktanteilsverluste riskieren. In Osteuropa ist Theiss vor allem im Zahnpflegemarkt mit der Zahncreme Lacalut stark. „In Russland erwarten wir einen Umsatzrückgang in Euro von rund 20 Prozent“, sagt Theiss-Geschäftsführer Giuseppe Nardi. In der Ukraine, in der durch den Bürgerkrieg ein Teil des Marktes weggebrochen ist, werde der Umsatz voraussichtlich rund 15 Prozent zurückgehen.

Den Umsatz – 2014 hat Theiss Naturwaren laut Nardi knapp 210 Millionen Euro erzielt – werde das Unternehmen aber im laufenden Jahr mit etwas Glück halten können. „Das ist auch davon abhängig, wie sich der Rubel entwickelt“, sagt er. Die Verluste in Osteuropa seien in anderen Märkten ausgeglichen worden. Nicht nur Deutschland, das mehr als die Hälfte zum Umsatz beisteuert, habe sich im laufenden Jahr gut entwickelt, auch in Polen, Tschechien, Rumänien und der Slowakei habe Theiss kräftig zugelegt. In Polen beispielsweise sei der Marktanteil von Lacalut von 3,6 auf 4,4 Prozent gestiegen.

Auch Gründer Peter Theiss sieht die Entwicklung in Russland vergleichsweise gelassen: „Es ist nicht die erste Russland-Krise, die wir bestehen müssen.“ Schon in den 90er Jahren und 2008 habe es Probleme im russischen Markt gegeben. „Jetzt stehen wir vor der Aufgabe, unseren Markt zu stabilisieren.“

In Deutschland dagegen will das Unternehmen, das unter anderem Hautcremes und Medizinprodukte vor allem über Apotheken vertreibt, mit neuen Produktlinien wie einer Creme-Serie auf Hyaluron-Basis den Marktanteil ausweiten. Hyaluronsäure gilt als Mittel gegen Falten.

Deutlich mehr Wachstum erhofft sich Nardi auf dem Markt der Schmerzprodukte. Dafür hat Theiss Ende 2014 den Pharma-Hersteller Dolorgiet aus Sankt Augustin bei Bonn gekauft. Dolorgiet stellt Schmerzprodukte auf Ibuprofen-Basis her. Theiss hat das bereits bestehende Schmerz-Gel von Dolorgiet durch eine neue Schmerz-Creme erweitert und beide im Juni unter der neuen Marke „Proff“ auf den Markt gebracht. Begleitet durch entsprechende Werbemaßnahmen habe die Creme aus dem Stand einen Wochenumsatz von rund 200 000 Euro erreicht, sagt Nardi. „Wir sind hoffnungsvoll, in diesem Markt weiter zu wachsen“, sagt Nardi. Und sollte das Geschäft sich noch ausweiten, wäre auch ein Produktionsneubau in Homburg möglich. „2016 wird es aber sicher noch nicht so weit sein“, sagt Nardi. Trotzdem: Ein Gelände neben dem Zunderbaum hat er sich schon gesichert.

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